Zeitplan und Realisierungsschritte der Instandsetzung der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka / Schönborn

Nach intensiven Beratungen und gegenseitiger Abstimmung aller an der Sanierung der Kirche „Franz von Assisi“ in Studanka beteiligten deutschen und tschechischen Partner sieht der vorläufige Realisierungsplan wie folgt aus:

 01.09.2010 – 24.09.2010 : Ausführungsplanung  

09.09.2010 – 06.10.2010 : Erarbeitung der Ausschreibungsunterlagen    

19.10.2010 – 01.11.2010 : Einholung Genehmigungen u. Firmenangaben (CZ)    

02.11.2010 – 08.11.2010 : Zusammenstellung der Ausschreibungsunterlagen (95 Seiten)    

09.11.2010 – 22.11.2010 : Tschechische Übersetzung der Ausschreibungsunterlagen    

17.12.2010 : Versand der Ausschreibungsunterlagen (deutsch u. tschechisch)    

24.01.2011 : Submissionstermin beim Planer    

26.01.2011 : Termin Baugenehmigung    

25.01.2011 – 07.02.2011 : Prüfung der deutschen Angebote und Vergabevorschlag    

08.02.2011 – 22.02.2011 : Prüfung der tschechischen Angebote und Vergabevorschlag    

23.02.2011 : Auftragsvergabe    

25.04 2011 : Baubeginn

   
 

Die Kosten der Sanierung des Kirchturmes übersteigen immer noch die bisher eingegangenen Spenden und Fördermittel um ca. 10.000 Euro.

Deshalb sind wir weiterhin auf jede Spende angewiesen und bitten dringend um Ihre Mithilfe.

   
 

Priester und Liedermacher – Monsignore Winfried Pilz geht mit 70 Jahren zurück in seine Heimat

Bis Ende März 2010 leitete er das Kindermissionswerk in Aachen, das vor allem durch die Sternsingeraktion bekannt ist. Und nach seinem 70. Geburtstag am 4. Juli steht er der deutschsprachigen Gemeinde in Prag als Seelsorger vor. Damit schließt sich der Lebenskreis des in Warnsdorf im böhmischen Niederland 1940 geborenen Priesters und Liedschöpfers. Um seiner alten Heimat näher zu sein, hat er einen zweiten Wohnsitz in Leutersdorf genommen.

Es ist schon eine bemerkenswerte Entwicklung. Eigentlich wollte sich der geistliche Würdenträger nach seinem 70. Geburtstag in den verdienten Ruhestand begeben. Deshalb hat er auch seinen Wohnsitz von einem Dreiländereck – nämlich Deutschland, Belgien, Niederlande – ins andere verlegt. Vor allem hier an der böhmisch-sächsischen Grenze möchte er gern etwas mitgestalten. Ausdruck dessen ist seit 2008 seine aktive Mitwirkung im Förderverein „Kirchensanierung Schönborn e.V.“ zur Rettung der Kirche „Franz von Assisi“ in Studanka.

Aber es sei keine Nostalgie, unbedingt in die alte Heimat zurückzukommen. Er ist schließlich in Varnsdorf geboren. Sechs Jahre war er alt, als die Familie infolge des Zweiten Weltkrieges alles aufgeben und weggehen musste. Letztlich wurden Pilzes 1952 im Rheinland ansässig.

Bei verschiedenen Aufgaben in der Jugendseelsorge im Erzbistum Köln ergaben sich dann Partner-schaften nach Dresden und Polen. Bei einer Rückfahrt stieß auf das Ortsschild Varnsdorf. Das war der Anfang lockerer Verbindungen. Bei einem Heimattreffen in den 1990er Jahren entführte ihn Bernhard Wenzel, der damalige katholische Pfarrer von Leutersdorf, auf den Oderwitzer Spitzberg. Der herrliche Blick ins hiesige Dreiländereck war mit ausschlaggebend, tiefere Kontakte zu knüpfen, auch nach Studanka (Schönborn), dem Heimatdorf seiner Mutter.

Als es auf den Ruhestand zuging, mehrten sich so immer mehr die Gedanken, sich in dieser Gegend niederzulassen und hier diesseits und jenseits der Grenze mitzuhelfen.

Als er im Dezember vergangenen Jahres mit dem Anliegen zum Erzbischof von Köln, Kardinal Meisner ging, überraschte dieser ihn allerdings damit, dass er doch durchaus noch fünf Jahre etwas machen könne, gemeint war die Betreuung der deutschsprachigen Gemeinde in Prag.

In der Karnevalszeit im Februar fuhr Monsignore Pilz nach Prag, traf sich mit den Leuten und entschloss sich: „Wenn der Himmel es mir zutraut und die Gesundheit mitmacht, soll es so sein“. So hat sich der bis Ende April mitten in der Stadt Aachen Wohnende den neuen Hauptwohnsitz in Leutersdorf gesucht. Und Bürgermeister Bruno Scholze konnte stolz verkünden: „Bei uns wohnt ab Mai ein Monsignore“. Inzwischen hat er auch seine Zweitwohnung in einem alten Pfarrhaus in Prag bezogen. Mit 70 beginnt Winfried Pilz also ein neues Kapitel am Ursprung seines Lebens. Und schon jetzt hat der katholische Priester, langjährige „Obersternsinger“, Lieder- und Buchautor etliche Rheinländer auf Prag neugierig gemacht und wird sie auch in die Oberlausitz locken.

(Quelle: Zittauer Zeitung)

Freudige Weihnachtsbotschaft vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond

Auf der turnusgemäßen Sitzung des Verwaltungsrates des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds am 08.Dezember 2009 in Prag wurde über Fördermittelanträge für die Reparatur und Sanierung von Kulturdenkmälern beraten. Für das vom Förderverein „Kirchensanierung Schönborn e.V.“ beantragte Projekt: „Sanierung der Kirche des Hl. Franz von Assisi in Varnsdorf, Ortsteil Studanka“ wurden nunmehr insgesamt 40.000,00 Euro für die Reparatur und Sanierung unserer Heimatkirche bewilligt. Zusammen mit den bisher von Heimatfreunden und Sponsoren gespendeten Geldern (z. Zt. 19.200,00 Euro) können im kommenden Jahr die ersten dringlichsten Maßnahmen zur Sanierung der Kirche finanziert werden. Der fundierte fachliche Vorlauf, die gründlich vorbereiteten Antragsunterlagen und die vor Ort-Beratung mit der zuständigen Referentin des Sekretariats haben die Mitglieder des Gremiums überzeugt. Ungeachtet dessen bedarf es für die Komplettsanierung des Gotteshauses weiterer finanzieller Mittel. Deshalb werden seit Monaten die umfangreichen Unterlagen für eine weitere Förderung bearbeitet, die mit einem von der Europäischen Union bereitgestellten Förderprogramm möglich ist, dem „Ziel 3-Programm zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik 2007-2013“. Die Antragsunterlagen werden zurzeit vorbereitet und im Monat Januar 2010 bei der Sächsischen Aufbaubank eingereicht. Dabei gilt es den Nachweis für die Zusammenarbeit zwischen der deutschen und der tschechischen katholischen Kirche wie auch die Kooperation zwischen der deutschen und der tschechischen kommunalen Ebene, vertreten durch die jeweiligen Bürgermeister von Seifhennersdorf und Varnsdorf, zu führen. Inhalt des Projektes wird deshalb ein länderübergreifendes Nutzungskonzept sein, welches durch die vorgenannten Partner zukunftsbezogen auszugestalten ist und welches in den kommenden Jahren für die Menschen beider Länder die Grundlage für eine „lebendige Kirche“ bilden soll.

Allen Spendern sei an dieser Stelle für ihre bisherige Unterstützung ein großes „Vergelt´s Gott`“ mit der Bitte übermittelt, durch weitere Spenden das Gelingen unseres großen Sanierungsprojektes, der Kirche des „Hl. Franz von Assisi“, zu sichern.

Allen Projektbeteiligten, Helfern und Spendern eine gesegnete Weihnacht sowie Gesundheit und viel Freude im Neuen Jahr.

Herzlichen Glückwunsch – 22. Januar 2009

Sehr geehrte „Minke“ wie wir Dich voller Zuneigung und Respekt nennen dürfen!

Du feierst am 22.Januar 2009 Deinen 95. Geburtstag. Aus diesem Anlass möchten wir Dir recht herzlich gratulieren, Gesundheit und alles erdenkliche Liebe und Gute wünschen. Wir danken Dir, unserer Ehrenvorsitzenden und unserem zugleich ältesten und noch immer aktiven Mitglied für Dein großartiges ehrenamtliches Engagement in unserem Förderverein „Kirchensanierung-Schönborn / Studanka“. Dem Christentum fühltest Du Dich immer nah, bekamst Werte wie Gottvertrauen und Nächstenliebe quasi in die Wiege gelegt. Und das, so vermuten wir, wird auch der Grund sein, warum der liebe Gott Dich so alt werden ließ. Als “ gute Seele“, der Kirchgemeinde in Schönborn kümmerst Du Dich verlässlich und doch so bescheiden seit vielen, vielen Jahren um den Erhalt des Friedhofs und bist eng mit der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Schönborn verbunden. Dafür unseren Dank und ein großes „Vergelt´s Gott“.

im Namen aller Mitglieder und Spender

Der Vorstand

Zur Weihnacht – 24. Dezember 2008

Die Menschen im Dunkel und im Todesschatten

erblickten am Himmel ein großes Licht, –

hell einen Stern, den sie noch nie gesehen.

„Was hat das zu bedeuten?“ begannen sie zu fragen.

„Ist das ein Zeichen Gottes in unsrer Nacht?“

Der Stern sagte: Heute ist der Welt geboren

der König des Friedens, der neuen Zeit.

Geht, macht euch auf, – dann werdet ihr ihn finden!

Kommt, und ihr werdet sehen, was Gott getan!

Und Könige kamen, um ihn zu beschenken mit Gold,

Weihrauch, Myrrhe und sich selbst darin.

Er schenkte sich im Lächeln eines Kindes.

Venite, adoremus dominum!

Das Lied von dem Kinde singen Kinder weiter.

Sie tragen die Kronen, sie folgen dem Stern.

Hoffnung für Kinder aller Kontinente!

Laudate, omnes gentes Dominum!

 

Mit diesem neuen Text zu einem alten Lied wünsche ich allen den Segen zum kommenden Jahr, den die Sternsinger über die Türen schreiben.

Monsignore Winfried Pilz – Dezember 2008

Zum Fest des heiligen Franziskus – 30. September 2008

Wir grüßen Sie, liebe Landsleute und alle, die unsere Schönborner Aktion bisher unterstützt haben, herzlich und in großer Dankbarkeit.

Allzu gern hätten wir Ihnen schon zu diesem Datum signalisiert:

Jetzt geht’s los –

mit der Sanierung unseres heimatlichen Kirchturms.

Tatsächlich werden noch in diesem Jahr, vor Einbruch des Winters, erste Maßnahmen zur Wassersicherung und zur Abdichtung der Fenster im Turm vorgenommen werden. Aber vor einem Beginn der umfassenden Renovierung waren und sind bis heute manche Hürden zu nehmen. Wir waren nicht untätig und haben viel Zeit und Beharrlichkeit darauf verwendet, mit den notwendigen Vorklärungen und Genehmigungen sowie einer bestmöglichen Finanzie-rung weiterzukommen. In einer ganzen Kette von Gesprächen, die jeweils eine Anreise „vor Ort“ nötig machten (selbst Msgr. Winfried Pilz kam, wenn nötig, aus Aachen hinzu), haben wir uns bemüht, das entsprechende Netzwerk der Kontakte und Instanzen aufzubauen:

• Mit der Bürgermeisterin von Seifhennersdorf wurden ausführlich die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit in der Region, die nach der Öffnung der Grenze aus ihrer Jahrzehnte langen Lähmung erwacht, erörtert. Dechant Balas aus Warnsdorf war dabei.

• Mit dem Bürgermeister von Warnsdorf und einem Sanierungsexperten fand ein sehr konstruktives Gespräch statt, nach dem nun allerdings noch die Suche nach wichtigen Bauunterlagen ansteht (Archive Warnsdorf, Rumburg, Tetschen, Leitmeritz).

• Nach erster Beratung wird eine Firma einen Kostenvoranschlag für die notwendige Bauaufnahme bereitstellen. Für die Honorierung haben wir Herrn Dechant Balas, als Hausherrn und zugleich Vorstandsmitglied unseres Vereins, gebeten, finanziell in Vorlage zu gehen.

• Mit einem aussichtsreichen Ergebnis haben wir die Mitfinanzierung durch die Sudentendeutsche Stiftung und den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds sowie weiterer öffentlicher Förderprogramme sondiert.

• Ein Gespräch mit der Bistumsleitung in Leitmeritz steht noch aus. Das verzögert sich zur Zeit durch den Umstand, dass für das Bistum ein neuer Bischof gesucht wird. Erst dann wird es dort konkret weitergehen. Allerdings ergab sich am Rande der großen Geburtstagsfeier von Dechant Balas eine schöne Begegnung mit dem Leitmeritzer Altbischof Josef Koukl und dem derzeitgen Diözesanadministrator Dominik Ducha, Bischof von Königgrätz, der übrigens seine familiären Wurzeln in Warnsdorf hat.

• Auf der Ebene des kirchlichen Lebens „vor Ort“ gibt es eine viel versprechende Aufmerksamkeit für unsere Bemühungen seitens des Leutersdorfer Pfarrers Bertram Wolf und auch der Rumburger Salesianer. Gott sei Dank geschehen unsere Bemü-hungen nicht im luftleeren Raum. Sie sind umgeben von einer spürbaren Bereitschaft, die Spuren des Glaubens und der Kultur in der Grenzregion freizulegen und dort neues Leben einkehren zu lassen.

Wir sind Ihnen dankbar, dass Sie großherzig dazu beitragen. Unsere bisherigen Aufrufe ergaben inzwischen die eindrucksvolle Summe von über 11.000 Euro. Natürlich möchten wir diese nicht voreilig antasten, falls sich manche Detailausgaben im Vorfeld anderweitig decken lassen. Dies auch auf Grund der Feststellung, dass den ursprünglich geplanten Einzelreparaturen unbedingt eine Grundsanierung der oberen Kirchturmplattform voraus gehen muss. Das macht die Sache nicht gerade billiger und wird auch weiteren finanziellen Einsatz erfordern, wenn möglich, auch eine erneute Hilfe Ihrerseits.

Damit der Überblick, den wir Ihnen hier geben möchten, nicht zur unbestimmten Vertröstung gerät, möchten wir für unsere Aktion diese Zeitperspektive ins Auge fassen:

• Am Wochenende 21. – 23. August 2009 findet wieder ein Warnsdorfer Heimattreffen in Seifhennersdorf statt. Wir werden die Veranstalter bitten, im Programm auch einen „Schönborner“ Akzent vorzusehen, oder selbst einen organisieren.

• Das Kirchenfest (Patrozinium) am 4. Oktober 2009 fällt auf einen Sonntag. Das bietet sich an, die ersten sichtbaren Ergebnisse unserer Aktion vorzustellen und das Ereignis auch entsprechend zu feiern.

Selbstverständlich werden alle, die in diesem Jahr am Franziskustag auf dem Schönborn dabei sind, Sie in ihre Fürbitten und Segenswünsche einbeziehen. „Frieden und alles Gute!“ („pace e bene“) im Geist des heiligen Bettlers aus Assisi wünschen Ihnen der Vorstand und die Mitglieder des Fördervereins Kirchensanierung Schönborn e.V..

Annäherung an einen weißen Turm – 17. Juni 2008

Mitten in einer schwer zu durchschauenden Weltgeschichte gibt es, recht persönlich, denkwürdige Überraschungen. So führte ganze 45 Jahre, nachdem ich meine Heimatstadt Warnsdorf verlassen musste, meine Autofahrt so nahe dort vorbei, dass ich dem Drang nicht widerstehen konnte, nun endlich die Landschaft meiner Kindheitserinnerungen wieder zu betreten. Da habe ich auf der Höhe des Schönborns nachdenklich innegehalten, am hochragenden Turm der Kirche hinaufgeschaut und sogar durch eine Luke im Portal einen Blick ins Innere getan.

Seitdem habe ich es nie versäumt, den kleinen Friedhof auf der Anhöhe zu besuchen. Und da geschah es einmal: Während ich dort umherging, machten sich zwei Frauen mit Sorgfalt an den Gräbern zu schaffen. Es waren, wie ich dann bald erfuhr, Maria Henke und Waltraud Bena. Zuerst aber richtete sich die ältere von ihrer Arbeit auf und fragte mich: „Suchen Sie etwas?“ Sie hatte mich wohl für eine jener verdächtigen Personen gehalten, die gerade auf Friedhöfen danach spähen, ob da wohl etwas „brauchbar“ wäre. Umso überraschter war Maria Henke, inzwischen 94 Jahre alt, von ihren Verehrern einfach „Minke“ genannt, dass mit mir der Sohn vom „Kromer Annl“ aus der Gastwirtschaft „Goldflössel“ vor ihr stand. Meine Mutter wäre inzwischen hundert Jahre alt geworden, – „Minke“ hat sie natürlich noch gekannt.

57Jahre und mehr hat diese beherzte Schönbornerin mit einigen anderen dort die Stellung gehalten, den Friedhof gepflegt und sich um manches andere gekümmert. Daraus erwächst eine unbestreitbare Autorität, der irgendwann selbst ein Monsignore, wie ich inzwischen einer bin, nicht widerstehen kann. So vernahm ich letztes Jahr im Telefon des Warnsdorfer Dechanten Alexej Balas ihre Stimme und den Befehl, unbedingt am nächsten Sonntag noch einmal auf den Schönborn zu kommen, weil sich da einige Landsleute zur Messfeier träfen. Gehorsam kam ich und geriet so mitten hinein in eine Initiative, die gerade ihren Anfang nahm: eine Aktion zur Rettung des Schönborner Kirchturms.

Wieso das? Der innere Zustand des neuromanischen Raums ist überraschend schön, hell und freundlich, nicht verkommen und eingemottet. Das ist der emsigen Sorge des Dechanten zu verdanken, vor allem aber der Umsicht einiger Frauen, die eine Zeitlang sogar auf halsbrecherische Gerüste gestiegen sind, um die Wände mit eigener Hand zu streichen. Aber der Turm? Ganz exponiert steht er auf der Schönborner Höhe und ist weithin zu sehen. Auf Spaziergängen in Leutersdorf unten im Tal ist mir das zum ersten Mal bewusst geworden. Ein Leuchtturm, ein Ausrufezeichen über der Landschaft, noch dazu auf einer Wasserscheide zwischen Ost und West. Ein solches Ausgesetztsein hat seinen Preis. Wind und Wetter machen dem Turm zu schaffen, und ganz dringend muss allerhand geschehen, damit nicht seine Konstruktion und damit der ganze Bau im Bestand gefährdet werden. Dazu hat sich eine deutsch-tschechische Initiativgruppe formiert. Maria Henke ist Ehrenvorsitzende und notiert in einem kleinen Büchlein erste Spenden, die dann natürlich auf korrektem Wege verwaltet werden.

Waltraud Benas Ehemann Erich hat mich nun kürzlich mit einer großen Zahl wunderschöner Fotaufnahmen überrascht, mit denen er sein Dorf mit wachem Blick, liebevoll, fast poetisch festgehalten hat. Auf manchen Wegen hat er es umrundet, aus vielen Perspektiven noch einmal „entdeckt“. Fast immer aber leuchtet der weiße Kirchturm dem Betrachter entgegen, einmal weit weg, aus der verträumten Landschaft heraus, dann zwischen Birken oder goldenen Grashalmen hindurch, dann ganz nahe durchs Herbstlaub der alten Bäume. Was ist sein Geheimnis, was seine Botschaft?

Erstens, dass er an einer Grenze steht, die Jahrzehnte lang Menschen durch Argwohn, bittere Erinnerungen und politische Systeme trennte. Die Grenzsteine an der Straße nach Rumburg erinnern daran. Nun ist die Grenze offen, und keiner kontrolliert mehr. Der Turm also als Symbol und Signal am Zielpunkt einer Wende, nach der sich nicht nur der „heilige Rest“ auf dem Schönborn so lange und beharrlich gesehnt hat.

Dann aber der Blick nach innen: Da schaut uns der Patron der Kirche, der heilige Franziskus aus Assisi, an. Als junger Mann vernahm dieser vom Kreuz her die Frage: „Franziskus, siehst du nicht, wie mein Haus verfällt?“ Und die Aufforderung: „Komm, und baue es wieder auf!“ Bald merkte der „Poverello“, dass damit mehr gemeint war als die mühsame Renovierung eines Baus, sondern ein Aufbruch, der für das Miteinander unter Menschen, armen und reichen, jungen und alten, glaubenden und suchenden, diesseits und jenseits alter Grenzen und Vorurteile, eine neue Perspektive öffnen konnte. Diese Herausforderung geht mir nach, wenn ich die Schönborner Bilder betrachte und den Turm umkreise.

Mich selber haben die Jahre bis in den äußersten Westen Deutschlands geführt, ans deutsch-holländisch-belgische Dreiländereck nach Aachen. Dort ist mir die Verantwortung für die wunderbare, große Bewegung der deutschen „Sternsinger“ anvertraut. Ein faszinierendes Programm, das uns irgendwie bekannt vorkommt: „Von einem ungewohnten Stern geführt,“ zogen einst die Weisen aus dem Osten los, ohne zu wissen, wohin die Reise gehen würde. Das wissen wir meistens erst „nachher“. Auch bei Franziskus war es so. Aber der Horizont klärt sich immer erst, die Antwort zeichnet sich erst ab, wenn ein erster Schritt gewagt ist.

Monsignore Winfried Pilz

Kirche Franz von Assisi und Friedhof mit Friedhofskapelle in Schönborn (Studanka)

Monsignore Winfried Pilz

Drei große Palmenzweige – 10. März 2008

Weidenkätzchen nach altem Brauch-hatte ich im Letzten Sommer in der Sakristei der Schönborner Kirche entdeckt. Ich fragte Dechant Balazs, ob ich mir eins mitnehmen könnte. Spontan gab er mir alle drei. Nun stehen sie in meinem Arbeitszimmer neben einem heimatlichen Motiv…

Während es nun bereits wieder auf Ostern zugeht, sind die drei Zweige fast schon ein Vorbote für den Frühling. Von einem Solchen „Frühling“ hat der Biograf des hl. Franziskus auch geschrieben, als er dessen Bedeutung für seine Zeit schilderte. Vorher so schreibt er, war alles“ wie im winterlichem Frost erstarrt.“ Dann aber regte sich neues Leben und breitete sich über die Heimat des hl. Franz und bald über die damals bekannte Erde aus.

Ein Hoffnungszeichen! Im Vertrauen darauf, das er Heilige aus Assisi unsere Initiative für die Kirche, die ihm geweiht ist, mit seinem Gebet begleitet, wünschen ich allen, die sich schon daran beteiligen, und denen, die noch mit einsteigen werden, gesegnete Ostern. Auch in der „alten Heimat“ kommt der Frühling.

PAX ET BONUM!

Msgr. Winfried Pilz

Das neue Fastentuch im Bonner Münster und der Weg des heiligen Franziskus 29. Februar 2008

Fastentücher gibt es seit 1000 Jahren. Ein 56 Quadratmeter große Fastentuch ist seit dem Aschermittwoch im Bonner Münster zu sehen. In den Wochen vor Ostern wurde damit der Altar verhüllt.

In der Fastenzeit 2008 wurde der Heilige Franziskus zum Begleiter der Fastenzeit auserwählt, denn am 24.Februar 1208 am Fest des hl. Matthias hört Franziskus von Assisi im Evangelium das Wort aus dem Markus-Evangelium…“Geh, verkaufe, was Du hast, gib das Geld den Armen und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!“ (Mk 10,21)

„Kirche aufbauen – Kirche, das ist ein Ort von Geben und Nehmen. Sie ist der Raum, in dem das Zeugnis wachsen kann.“

Auszüge aus der Kirchenzeitung des Erzbistum Köln Ausgabe Nr.6 vom 08. Februar 2008, Seite 12 u.13 „Zum geistlichen Leben“

mehr dazu im Archiv… unter http:// www.kirchenzeitung-koeln.de