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Ostern 2022 – zwischen Krieg und Corona

Wie kann man in diesen Zeiten Ostern feiern?

Ostern, das höchste Fest im christlichen Glauben, steht vor der Tür. Nach biblischer Überlieferung ist an diesem Tag das Wunder geschehen und Jesus, der gekreuzigt worden war, erstand wieder von den Toten auf. Das spricht für die die frohe Botschaft, von Hoffnung und von Glück, die der Ostergeschichte innewohnt.

Ostern
ist ein Zauber,
der aus Freude, Liebe
aber vor allem aus
Hoffnung besteht.

Leider hat uns Corona noch immer fest im Griff. Wir haben uns auf die Osterfeiertage 2022 gefreut, auf ein Fest im großen und vertrauten Familienkreis, auf einen Ausflug mit Freunden oder dem Besuch des Gottesdienstes. All dies, war für uns immer selbstverständlich.

Die Nachrichtenlage heute zur Omikron-Welle reicht von unübersichtlich, verwirrend und widersprüchlich bis hin zu sachlich und hilfreich. Wir werden weiterhin gut beraten sein, uns an Vorgaben zu halten und mit den in Aussicht gestellten Lockerungen mit Augenmaß umzugehen.

Doch in den vergangenen Wochen ist in Europa viel passiert. Das etwas anders ist, dass es eine Bedrohung gibt, spürt wohl jeder. Es sind schwierige Zeiten.

Manchmal hat das Leben schon eine merkwürdige Art und Weise zu testen, wie viel wir als Menschen ertragen können.

Insbesondere, wenn wir an das Leid der Menschen in der Ukraine denken und unsere Hoffnung, dass es zu keinem Flächenbrand kommt. Durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat sich auch unser Leben verändert. Wir machen uns Sorgen um die Gesundheit unserer Familien und Freunde. Wir machen uns Sorgen um unseren Arbeitsplatz, um unsere Unternehmen und um unsere Wirtschaft.

Es ist eine „herausfordernde“ Zeit.

Manchmal erlegt uns das Leben – oder Gott – eine Prüfung auf. Im Moment ist es so eine Zeit. Das Osterfest erinnert uns jedes Jahr aufs Neue daran, dass selbst Jesus, Gottes Sohn, eine solche Prüfung über sich ergehen lassen musste. Wenn Gott selbst seinem Sohn eine solche Prüfung auferlegt, dann hat auch unsere Prüfung jetzt einen Sinn und heißt nicht, dass Gott uns verlassen hat, sondern dass er weiter an unserer Seite ist.

Glaube aber ist:
Feststehen in dem,
was man erhofft.
Überzeugt sein von Dingen,
die man nicht sieht.

Hebräer 11,1

Wir werden diese Herausforderungen miteinander meistern, wenn wir auf unsere Solidarität, unsere Vernunft, unsere Talente und unsere Kreativität vertrauen. Am Ende – das ist der Kern des christlichen Osterfestes – haben nicht Leid, Unrecht und Tod das letzte Wort, sondern das Leben. Ostern ist das Fest, an dem Christen den Sieg über den Tod feiern.

Jedem Ende wohnt ein Anfang inne.

Über die Osterfeiertage können wir auch eine andere Seite der Lebenskraft wahrnehmen – den Frühling. Manchmal lohnt es sich, die Perspektive ein wenig zu ändern.

Dem Jahresende folgt der Frühlingsbeginn und damit die neu erblühende Natur rund um die Osterzeit.
Wenn der Winter das Land verlässt und die Vögel zurückkehren, dann ist der Frühling wieder eingekehrt. Die Temperaturen steigen, die Sonne lacht vom Himmel. Das Land erblüht und erstrahlt von Neuem in buntem Glanz, überzieht die Wiesen und Felder mit satten und leuchtenden Farben. Auch der Frühling ist eine Auferstehung und ein Stück Unsterblichkeit!
Jedes Jahr aufs Neue erleben wir nach dem Winter die Wiederauferstehung der Natur. Wir hören das Zwitschern der Vögel, der Wind lässt uns den Duft der Blumen um die Nase wehen und wir genießen die Sonnenstrahlen.

Im Licht der Ostersonne bekommen die Geheimnisse der Erde ein anderes Licht.
(Friedrich von Bodelschwingh)

Das Leben ist nicht so hektisch. Es ist langsamer und beschaulicher. Es gibt mehr Zeit für Gemeinsamkeiten in der Familie, für ein gutes Buch, zum Spazierengehen in der Natur und für Anrufe bei Menschen, die allein sind. 

Wir Menschen mögen momentan Sorgen in unseren Herzen tragen – aber die Natur singt ein schönes Frühlingslied und wir genießen die österliche Landschaft und tanken Kraft und Energie in der Natur.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen im Namen des Vorstandes des Fördervereins Kirchensanierung Schönborn ein gesegnetes Ostern, einen wundervollen Frühling und Gottes schützende Hand, die Sie auf all Ihren Wegen sicher leite.

Monika Hille

PS.: Der Blick zurück aufs eigene Leben ist sehr persönlich. 
Oft sind es schöne Erinnerungen, die wir dauerhaft mit uns tragen. Dazu gehört sicher auch die Heimatkirche des Hl. Franz von Assisi in Studanka/Schönborn. Wir hoffen, dass wir im dritten Jahr der Corona-Pandemie unser gemeinsames Vorhaben die Sanierung der Heimatkirche und insbesondere ihrer Orgel fortsetzen können. Bitte unterstützen Sie uns mit Ihren Spenden weiterhin.
Herzlichen Dank dafür!

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Weihnachten 2021 – zwischen Corona-Pandemie und Hoffnung auf Normalität

WEIHNACHTEN BLEIBT – Weihnachten – AUCH IN CORONA-ZEITEN!

Wir stehen am Ende dieses besonderen Jahres 2021. Seit über elf Monaten prägt der Umgang mit dem Corona-Virus unseren Alltag. Menschen sind erkrankt, einige haben sogar ihr Leben verloren. Der Alltag will immer wieder neu bewältigt werden – gerade in allem Ungewissen. Viele Türen zur Freizeit und Kultur sind derzeit verschlossen, in den Krankenhäusern wird Großes geleistet. Die epidemiologische Entwicklung ist derzeit schwierig einzuschätzen. Für nicht wenige sind es aber auch die damit verbundenen Umstände, die ihnen das Leben schwer machen: so haben Menschen ihren Arbeitsplatz verloren oder fürchten darum. Einsamkeit, besonders durch fehlende Begegnungen setzt vielen zu und belastet ihre Seele. Und doch versuchen wir durch Zeichen der Nächstenliebe einander zu unterstützen und beizustehen, Kontakte auf vielfältige Weise zu pflegen und so ein Netz zu knüpfen, das uns trägt durch diese nicht leichte Zeit. Im wahrsten Sinne erwartet uns dieses Jahr eine stille Nacht: Weder große Familienfeiern noch Weihnachtsmarktbesuche oder gemeinsames Singen in der Kirche werden dieses Weihnachten stattfinden. Auch viele Familientraditionen und -rituale müssen wegen der Corona-Pandemie wohl entfallen. Wird es im „Lockdown“ also auch nur ein Weihnachten der Light-Variante geben? Für diejenigen, die sich auf Veränderungen einlassen, vermutlich nicht.

Vielleicht entdecken wir so manches erneut und lernen es zu schätzen. Großeinkäufe, Hausputz, Verwandtenbesuche – die Liste an Aufgaben und Terminen in der Weihnachtszeit ist für viele Familien üblicherweise sehr stressig. Dieses Jahr werden aber vermutlich einige der Traditionen wegfallen – und damit auch eine Menge Stress. Auch für die gewöhnlich sehr hohen Erwartungen zum Weihnachtsfest: Das Menü muss perfekt schmecken und das Haus großartig geschmückt sein. Erwartet man aber dieses Jahr keinen oder nur den Besuch der engsten Verwandten, kann das entlasten. Vielleicht merkt man dabei sogar, welche der Traditionen für ein besinnliches Fest wirklich wichtig sind? Die aktuelle Lage ist für uns alle unbekannt und beängstigend. Niemand kann ganz genau vorhersagen, wann bei uns das öffentliche Leben wieder langsam beginnen kann, in einen Normalzustand überzugehen und wann wir unsere Familien, Freunde und Verwandte wieder treffen können, uns ganz normal mit ihnen unterhalten können, miteinander lachen können. Wir denken, gerade in so einer schweren Zeit, fehlen uns unsere Liebsten noch stärker als sonst. Doch dadurch wird uns immer mehr bewusst, wie wichtig und unersetzbar sie für uns sind.

Außerdem macht uns die Ungewissheit, wann endlich wieder Normalzustand herrscht, sehr zu schaffen, denn das sind wir gar nicht gewohnt. Meistens wissen wir schon ganz genau, was in der Zukunft passieren soll, wo der nächste Urlaub in einem halben Jahr hingehen soll und an welchem Tag wir etwas vorhaben. Alles ist genau geplant, doch manchmal kommt eben doch alles ganz anders und all die Pläne müssen verworfen werden, weil vor zwei Monaten niemand gedacht hätte, dass das Omikron-Virus sich so schnell verbreitet und das ganze Leben und die Wirtschaft auf den Kopf stellt.

Aber wir hoffen, dass unsere Gesellschaft auch etwas Positives aus der Corona-Krise mitnimmt und lernt, das, was sie hat, mehr wertzuschätzen und ihr bewusst wird, wie gut es uns in Europa eigentlich geht: Die meisten Menschen haben ein Dach überm Kopf und das Gesundheitssystem ist gut entwickelt.

Viele Menschen leiden unter Einsamkeit, Not und unter den Folgen, die uns die Corona- Beschränkungen auferlegen. Lasst uns erfinderisch werden und helfen, einsamen Menschen beizustehen und den Notleidenden eine Adventsfreude zu bereiten.

Es ist aber sehr wichtig, zuversichtlich und hoffnungsvoll zu bleiben. Jesus selbst schenkt uns in dieser schweren Zeit Hoffnung und Zuversicht. An den Kar- und Ostertagen haben wir daran gedacht, dass Jesus für uns gestorben ist und den Tod überwunden hat. Auch wir werden die schwere Krisenzeit überwinden, denn wir wissen: Jesus ist bei uns und schenkt uns Hoffnung!

Weihnachten ist neben Ostern das wichtigste christliche Fest. Der sehnsüchtige Wunsch vieler Menschen nach der Feier von Weihnachten ist ein Widerschein der großen Bedeutung, die das Fest in unserem Kulturkreis hat. Mitten in der dunklen Jahreszeit – in diesem Jahr durch Corona noch dunkler als sonst – benötigen wir einen Hoffnungsschimmer, die frohe Botschaft, dass Einschränkung, Krankheit und Tod nicht das letzte Wort haben. Es gibt Zeichen der Solidarität. Solidarisches Handeln ist gerade in Krisensituationen sehr wichtig, selbst wenn es nur kleine Gesten sind, wie Gassi gehen für den Nachbarn oder das Einkaufen für die Oma. Man macht anderen eine Freude und das ist doch das Schönste und Wichtigste! Diese gerade in der Krise so wichtige Hoffnung wird am besten in der solidarischen Gemeinschaft sichtbar-

Sagen wir oft von Herzen kommend „Danke“? Gerade in solchen Zeiten ist Solidarität und Nächstenliebe von größter Bedeutung. Es ist wichtig, gemeinsam gegen den Virus anzukämpfen und auf seine Mitmenschen achtzugeben. Schenken wir den Menschen unseren Dank, die sich um unser Wohlergehen bemühen. Danken wir Ärzten und Ärztinnen, Pfleger/-innen, Apotheker/-innen und Krankenpflegern/-schwestern, die für unsere Gesundheit kämpfen. Danken wir Lehrer/-innen, die Online- Unterricht anbieten und dem Supermarkt-Personal, das uns weiterhin mit dem Nötigsten versorgt. Danken wir denen, die sich an die erforderlichen Maßnahmen halten und beten wir für diejenigen, die erkrankt sind“

Omikron kommt, aber Weihnachten bleibt Weihnachten – auch in Corona-Zeiten! Die Hoffnung bleibt. Weil wir Hoffnung brauchen, auch Weihnachten 2021

„Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld.“

Römer 8:25

Bleiben Sie zuversichtlich und hoffnungsvoll und bleiben Sie vor allem gesund! Wir wünschen allen Heimatfreunden, Mitgliedern des Fördervereins, allen Spendern und Förderern einen gesegneten Heiligabend und besinnliche Weihnachten!

Monika Hille

Im Namen des Vorsitzenden Heinrich Hille,
und aller Mitglieder des Fördervereins.

Ostern findet trotzdem statt! – nur anders-

Seit dem vergangenen Frühjahr schränkt die Corona-Pandemie unser gewohntes Leben ein und verlangt von uns allen, auf unbestimmte Zeit Verzicht zu üben. Wir erleben unseren Alltag, wie wir ihn bisher nicht kannten und müssen mit den neuen Regeln zurechtkommen. Für uns alle bedeutet es Verzicht auf persönliche Kontakte und Gespräche und dem traditionellen Gottesdienst in der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka/Schönborn.

Aber Verzicht auf Ostern – dem ältesten christlichen Kirchenfest?

Es wird bereits seit dem zweiten Jahrhundert nach Christi Geburt gefeiert. 

Ostern feiern Christen in aller Welt die Auferstehung Jesu. Die Tage von Gründonnerstag bis Ostersonntag bilden den Höhepunkt des Kirchenjahrs. Wie kein anderes Fest führt das Osterfest in das innerste Geheimnis des Glaubens: die Erlösung und die Neuschöpfung, welche Gott in Jesus Christus vollbracht hat.

Mit seinen Bräuchen und seiner reichen liturgischen Tradition gibt das Fest Gelegenheit, dieses heilsgeschichtliche Ereignis zu feiern und zu erleben. Mit Ostern endet die Passions- und Fastenzeit. Es beginnt die fünfzigtägige österliche Freudenzeit, an deren Ende das Pfingstfest steht. Auf dem Weg Jesu schreiten die Gläubigen vom Verderben zum Heil, vom Verzicht zur Fülle und vom Leiden zur Freude.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist Ostern 2021 ein anderes Fest als wir es bisher gewohnt sind.

Dennoch: Christen feiern auch in diesem Jahr die Auferstehung von Jesus Christus, der nach dem Neuen Testament als Menschensohn den Tod überwunden hat und somit nicht den Tod als Ende, sondern als Neubeginn des Lebens. Mit seinen Bräuchen und Symbolen steht Ostern für die Wiederauferstehung und für neues Leben.
Wenn im Frühling die Küken aus ihren Eiern schlüpfen, dann erinnert uns das daran, dass Jesus die Mauern seines Grabes durchbrochen hat und von den Toten auferstanden ist.

Ein weiteres Symbol des Osterfestes ist der Osterhase. denn in dieser Zeit erwacht die Natur wieder mit neuen Leben und man kann den Hasen oft über die Felder hoppeln sehen.

Frühling ist die Zeit der Erneuerung, wie sie in jedem Frühjahr geschieht. Die Schneeglöckchen läuten ganz leise den Frühling ein.  Die Blumen beginnen zu blühen. Die Vögel beginnen zu singen.

Ostern ist auch für uns eine Einladung, einen neuen Anfang mit Hoffnung, Vertrauen und Zuversicht zu wagen, und uns weiterhin der Sanierung unserer Heimatkirche in Studanka/Schönborn und der Restaurierung der Orgel zu widmen.

Wenn auch der Ostergottesdienst in diesem Jahr nach den Regeln des Lockdowns in der Kirche nicht in der bewährten Tradition gefeiert werden kann, hindert uns niemand daran, die Osterbräuche zuhause zu pflegen.

Frische Zweige, wie Kirschbaum, Haselnussstrauch, Birke und Forsythie, Palm- und Weidenkätzchen mit bunten Eiern geschmückt, gehören ebenso dazu wie der Osterhase und das Osterlamm. Der Osterkuchen in Form eines Lammes erinnert daran: an die Liebe Gottes zu den Menschen und zur Schöpfung insgesamt. Und daran, dass das Leben siegt.

Viele von uns sehnen sich zurück zur Normalität, zu dem Leben, welches sie vor der Pandemie gelebt haben. Doch der Lockdown hat nicht nur Nachteile; Mitten im Shut-Down der Zivilisation laufen wir durch Wälder oder Parks, oder über fast leere Plätze. Aber das ist keine Apokalypse, sondern ein Vorzeichen für einen Neuanfang.

Zeit zum Nachdenken!

Es ist nötig, zu hinterfragen wie wollen wir danach leben?

Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern sollte? Könnte es uns gleich einem Weckruf wachrütteln, Zeit und Kraft zu tanken und sich ganz neu für die Zukunft inspirieren lassen?
Manchmal ist es gerade der Bruch mit den Routinen und dem Gewohnten, der unseren Zukunfts-Sinn wieder freisetzt.

„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören. Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“

Peter Kusmia

Gerade Ostern ist auch eine Einladung an uns, einen neuen Anfang zu wagen und mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Unter Nutzung der Impfungen gegen Corona, Schnelltests und Einhaltung der AHA-Regeln werden wir auch die dritte Welle der Corona-Pandemie überstehen und können uns dann vielleicht im September alle gesund wiedersehen und in der Kirche des HL. Franz von Assisi in Studanka / Schönborn persönlich treffen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien von ganzem Herzen ein gesegnetes, frohes und geruhsames Osterfest, das hoffentlich blauen Himmel und milde Frühlingssonne bringen wird.

Im Namen des Vorstandes des Fördervereins
Kirchensanierung Schönborn
Monika und Dr. Josef Hille

Weihnachten 2020 – ganz anders

Durch die Corona – Pandemie hat sich unser Leben unglaublich verändert.Wir erleben die Advents- und Weihnachtszeit in diesem Jahr unter bisher nicht gekannten Zwängen.

Nicht nur in den Familien, auch in den Kirchen wird das Weihnachtsfest dieses Jahr unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen ganz anders gefeiert. Vollbesetzte Gottesdienste mit dichtem Gedränge vor der Krippe wird es am Heiligabend 2020 nicht geben. Weihnachten Corona-konform: das heißt, mit Mundschutz ohne Gesang und mit Abstand zueinander! Hinzukommen die Nutzung von Desinfektionsmitteln, das Erfassen von Kontaktdaten, Lüften und Teilnehmerbegrenzung.

Mit der Gewissheit und dem Aufruf „Fürchtet Euch nicht – Gott bei Euch“ wollen die katholische und die evangelische Kirche allen Gläubigen Mut machen und gemeinsam die Botschaft verkünden “ Gott hat mit der Geburt seines Sohnes ein Hoffnungszeichen“ in die Welt gesendet. Diese Hoffnung wollen wir auch in diesem Jahr feiern! Gott bei euch! Obwohl der Gesundheitsschutz an erster Stelle steht, werden die Kirchen kreativ und wollen die Botschaft “ Weihnachten“ zu den Menschen bringen. Gerade in dieser Zeit der Pandemie kann der Glauben eine Kraftquelle sein, denn Weihnachten ist das Fest, wo Hoffnung greifbar wird und Licht in die Dunkelheit kommt.

Auch für die Fortsetzung der Sanierungsarbeiten an der pseudo-romanischen, dem Heiligen Franziskus von Assisi geweihten Heimatkirche in Studanka (Schönborn) haben wir Hoffnung.

Bedenken wir, dass auch unsere Vorfahren sich den Fragen ihrer Zeit gestellt, Antworten gefunden und im Laufe der Geschichte einen Schatz von Erfahrungen und Einsichten gewonnen haben, auf die auch wir in der Auseinandersetzung mit den Fragen und Herausforderungen unserer Gegenwart nicht verzichten sollten.

Die Hoffnung sowohl auf weitere notwendige Sanierungsarbeiten in der Kirche des Hl. Franziskus von Assisi in Studanka (Schönborn), deren Bau 1869 begonnen und am 13. Oktober 1872 geweiht wurde, werden wir nicht verlieren.

Schließlich ist der Kirchturm unserer Heimatkirche eine bereits aus der Ferne auffallende Dominante des Dorfes Studanka (Schönborn). Erinnern wir uns an das Wirken unseres hochgeschätzten verstorbenen Monsignore Winfried Pilz, der jeden Freitag Wanderer und Pilger zur Einkehr und zum Gespräch in diese besondere Kirche eingeladen hatte.

Nach seinem Tod ist es stiller geworden in der Kirche. Bisher ist diese Stille noch nicht durch ein erneutes Aufleben der Arbeit in der kleinen Kirchgemeinde in Studanka aufgehoben. Nun endet leider mit dem Christkönigsfest auch die Dienstzeit für Pfarrer Andrzej Glombitza, in Leutersdorf, der für unseren Förderverein „Kirchensanierung Schönborn“ ein verständnisvoller Ansprechpartner war.

Die Corona – Krise verdeutlicht auf jeden Fall, wie zerbrechlich unsere vernetzte Welt und unser Weltgesundheitssystem ist.

Im Hebräerbrief 12, 27ff. ist davon die Rede, dass eines Tages himmlische und irdische Mächte und Systeme erschüttert werden.

Papst Franziskus aber hat bei verschiedenen Gelegenheiten eine geistliche Deutung der Corona-Krise vorgelegt, die die Interpretation des Auftauchens der Pandemie als „Strafe Gottes“ vermeidet, sie aber gleichwohl als „Gelegenheit zur Umkehr“ zu verstehen sucht. Eine aus christlicher Sicht durchaus legitime Auslegung, denn tatsächlich kann alles im Leben Anlass sein, den Blick auf die Zukunft zu schärfen.

Viele Menschen erfahren im „Lockdown“, wie machtlos sie sind, wie leicht persönliche Pläne durchkreuzt werden können, wie hilflos man sich fühlen kann. Zugleich war und ist es für manche von uns eine Gelegenheit, „einen Gang zurückzuschalten “ und soziale Kontakte neu schätzen und leben zu lernen. Jetzt ist die Gelegenheit, den eigenen Lebensstil zu überdenken- auf persönlicher Ebene, aber auch gesellschaftlich. Was ist wichtig? Wie möchte ich mein persönliches Leben mit Freunden oder der Familie gestalten? Wie können wir nachhaltiger leben?

Unsere Aufgabe als Förderverein Kirchensanierung Schönborn besteht nicht nur darin, die Tradition zu bewahren, sie weiterzuführen und uns den veränderten Fragen unserer Zeit neu zu stellen. In der Auseinandersetzung mit der Tradition werden wir neue Antworten und einen Fortschritt im Verständnis des Wortes Gottes finden müssen.

„Das Leben ist viel zu kostbar, als dass wir es entwerten dürften, indem wir es leer und hohl, ohne Sinn, Liebe und letztlich ohne Hoffnung verstreichen lassen.“     

Václav Havel 

Wir danken allen Spendern und Förderern, die mit ihren Spenden helfen unser gemeinsames Vorhaben, die Kirche des Hl. Franz von Assisi in Studanka (Schönborn) für die Nachwelt zu erhalten. Wir hoffen von ganzem Herzen, dass Sie uns auf diesem Weg weiter begleiten und mit der Restaurierung der historischen Orgel die Wiederherstellung eines Klanges von großer Schönheit gelingen möge.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien gesegnete Weihnachten und ein besinnliches Fest. Möge Gott auch im nächsten Jahr immer seine schützende Hand über Sie halten und bleiben Sie gesund.

Familie Heinrich Hille und Familie Dr. Josef Hille
im Namen des Vorstandes und der Mitglieder des
Fördervereins „Kirchensanierung Schönborn“

Grabsteinlegung für Monsignore Winfried Pilz in Studanka / Schönborn

Ein Grabstein, als eine Bestattungskultur seit der Antike, ist weit mehr als nur ein Platz für Name, Geburts- und Sterbedatum. Er repräsentiert als letzte liebevolle Geste das Andenken an Monsignore Winfried Pilz, einem außergewöhnlichen Menschen. Anlässlich seines 80. Geburtstages, am 4. Juli 2020, wurde an seiner letzten Ruhestätte ein Grabstein auf dem Friedhof Studanka / Schönborn geweiht. Dies bildet den Schlusspunkt des Lebensweges des Verstorbenen, um ihn zu vollenden.
Der von der Altenberger Bildhauerin Elisabeth Perger, deren Mann einst mit Msgr. Pilz studierte, gestaltete diesen einzigartigen Grabstein, der uns etwas über das Wirken und Leben von Msgr. Winfried Pilz, seiner Liebe zu Gott, seiner Berufung als Priester und seiner Liebe zu den Menschen in Erinnerung halten soll, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren.


Der Grabstein selbst mit dem schmucklos gestalteten Namen, mit den Geburtsdaten, dem Tag der Priesterweihe und dem Todestag hat die Leichtigkeit eines Stillebens. Er ist als eine Komposition von Stille, Trost, Transformation, Hingabe und Ruhe vor der Nacht konzipiert. Ein Tisch am Straßenrand in Ruhe, so wie es Winfried Pilz gefiel. Eine beiseitegelegte Gitarre, ein Stück Brot, ein Kelch, ein Schreibstift und ein leeres Blatt. Auf der oberen linken Seite befindet sich eine Kerbe für einen locker ruhenden hölzernen Pilgerstab, der Teil der Grabstelle ist.
Als Material wurde ein graugrüner, unpolierter Monolith aus Anröchter Dolomit gewählt, der mit einer natürlichen Bepflanzung harmoniert. Deshalb wird die Grabstelle mit einem Steinrahmen ergänzt und es werden Wildblumen gesät.
Diese Symbole und Sinnbilder auf dem Grabstein sind Zeichen und Erinnerungen an Msgr. Winfried Pilz. Sie sind seinem Manuskript aus seinem Nachlass mit dem Titel „ein Wanderer“(Pilger) nachempfunden.
Das Manuskript verrät uns etwas über das Leben einer einzigartigen Persönlichkeit und lädt uns ein zu Trauern, Ruhe zu finden, zurückzudenken und Zwiesprache zu halten.
Als Zeichen der Verbundenheit erinnern wir uns an seinen Lebensweg und auch sein Wirken als aktives Mitglied des Fördervereins Kirchensanierung Schönborn.


Winfried Pilz wurde am 4. Juli 1940 in Varnsdorf geboren. Nach seinem Studienabschluss arbeitete er als römisch-katholischer Priester, Hirte, Prediger, Sänger und Autor von Liedern mit religiösen Themen. Seit 1966 war er Priester der Kölner Erzdiözese. Fast 18 Jahre lang war er Rektor des Ausbildungszentrums Haus Altenberg in Altenberg bei Köln und war als Priester der Erzdiözese für die jungen Menschen verantwortlich. Dort, wo sich zwischen 1133 und 1806 das Zisterzienserkloster befand, folgte er in den 1970er und 1980er Jahren dem Motto „Ora et labora“ und legte den Grundstein für die Jugendarbeit, bekannt als „Ora-et-labora-Wochen“. Von 1990 bis 2000 war er Priester in Kaarst. Später arbeitete er für das Jugendzentrum in Düsseldorf. Von 2000 bis 2010 war Monsignore Pilz Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ und prägte deutschlandweit die Aktion Dreikönigssingen. 2007 wurde er zum Präsidenten des Deutschen Katholischen Missionsrates gewählt. Von 2010 bis 2012 lebte er als Auslandsseelsorger der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Prag. 2012 ging er in den Ruhestand und ließ sich in Leutersdorf, Sachsen, nieder, das an seine Geburtsstadt Varnsdorf grenzt. Gelegentlich diente er in den Messen und organisierte kulturelle Veranstaltungen in der Kirche des Heiligen Franziskus von Assisi in Studánka und Umgebung. Er starb am 23. Februar 2019 am Abend im maltesischen Krankenhaus von St. Carolus in Görlitz. Die Exequien fanden am 9. März 2019 in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Leutersdorf statt. Anschließend wurde er auf dem Friedhof in Schönborn, Varnsdorf-Studánka beigesetzt.
An dieser Stelle danken wir für die feierliche Gestaltung der Grabsteinlegung Pfarrer Ladislav Polák, dem Steinmetz, der das Fundament für den Grabstein vorbereitet hat, den Feuerwehrleuten aus Varnsdorf, die mit technischer Unterstützung von Herrn Petr Gabriel den Grabstein mit einer Hydraulik an Ort und Stelle überführt haben. Ein ganz besonderer Dank gilt Herrn Jiří Podlešák für die Koordination des gesamten Projekts, den vielen deutschen Übersetzungen und auch der Bereitstellung der Informationen für diesen Artikel.
Ein großes und herzliches Dankeschön allen Spendern, mit deren Unterstützung eine angemessene Würdigung des segensreichen Wirkens unseres hochverehrten Monsignore Pilz mit diesem außergewöhnlich schönen Grabmal in Erinnerung bleiben wird.


Monika und Dr. Josef Hille
Mitglieder im Vorstand des Fördervereins Kirchensanierung Schönborn

Unser neuer Flyer – eine Zwischenbilanz

In diesem neuen Flyer sind wesentliche Informationen zur Sanierung der Kirche Franz von Assisi in Studanka/Schönborn verbunden mit einem Spendenaufruf für die Restaurierung der Orgel zusammengefasst.

In dankbarer Erinnerung an Monsignore Winfried Pilz, wird das Bemühen Vorurteile abzubauen, die Annäherung zwischen Deutschen und Tschechen zu fördern und damit die Heimatkirche in Studanka zukünftig zu einem Ort gelebter Religion und Kultur zu entwickeln, gewürdigt. Der nunmehr sanierte Kirchturm ist ein weithin sichtbares Zeichen für eine der Zukunft zugewandte Art des Umgangs in Toleranz und gegenseitiger Achtung zwischen den tschechischen und deutschen Nachbarn. Mit der Sanierung der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka wird zugleich ein historisches Baudenkmal und Ort kollektiven Andenkens  gemeinsamer sudetendeutscher und tschechischer Geschichte vor dem Verfall bewahrt und damit Zeugnisse alter Handwerkskunst unserer Vorfahren den nachfolgenden Generationen erhalten.

Inhalt, Gestaltung und Druck des Flyers lag in den Händen von Monika und Dr. Josef Hille aus Leipzig, die seit der Gründung des Vereins auch für die Öffentlichkeitsarbeit und die inhaltliche Gestaltung der Beiträge auf dieser Webseite verantwortlich sind.

Gemeinsam Vergangenes erhalten und gemeinsam Zukunft gestalten!


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Monika Hille – Öffentlichkeitsarbeit für den
Förderverein Kirchensanierung-Schönborn

Musik verbindet

Anlässlich des 53. Bundestreffen der Niederländer 2019 vom 30. 08. – 1. 09. 2019 in Seifhennersdorf laden wir Sie am Samstag, den 31. August 2019 um 18:30 Uhr bis 19:30 Uhr zu einem Konzert aus der Barockzeit des Komponisten Joh. Christoph Kriedel aus Rumburg in die Kirche St. Franziskus Studanka-Varnsdorf-Schönborn recht herzlich ein. Das Kammerorchester Rumburg unter der Leitung des Dirigenten und Organisten Herrn Engler und der Gesangs-Solistin Frau Englerova (Sopran) werden Musikstücke des Rumburger Komponisten Kriegel aus der Barockzeit darbieten. Der Eintritt ist frei.

Johann Christoph Kridel (auch Kriedel oder Kriedell geschrieben) wurde 1672 in Rumburg, Nordböhmen geboren. Als Komponist, Organist, Dichter und Musikpädagoge widmete er sich der klassischen und geistlichen Musik. Kriedel studierte 1685-1690 am Jesuitenkolleg in Prag. Sein musikalischer Stil entstand während seines Prager Aufenthalts. Seine Kantatensammlung wurde 1706 gedruckt und neben der Stadtmusik unterrichtet er auch an einer deutschen Schule. Nach dem Tod seines Vaters kehrte Johann Christoph Kriedel 1694 nach Rumburg zurück und übernahm das Amt des Organisten in der Stadtkirche ST. Bartholomäus. Seine guten Beziehungen zu Fürst Lichtenstein, dem österreichischem Botschafter am päpstlichen Stuhl ermöglichten ihm nach Italien zu reisen und sich dort mit der Musik italienischer Barockmeister vertraut machen. Johann Christoph Kriedel zeichnet sich durch eine religiöse Intimität aus, die die Tiefe und Aufrichtigkeit seines katholischen Glaubens offenbarte und ist im Alter von 60 Jahren 1733 in Rumburg verstorben.

 (Quelle: cs.wikipedia.org)

Monika Hille

Mitglied im Vorstand des Fördervereins
“Kirchensanierung-Schönborn / Studanka”.

Abschied von Monsignore Winfried Pilz

Mit einem bewegenden Trauergottesdienst in der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ in Leutersdorf nahmen Familie Pilz sowie kirchliche Würdenträger und prominente Wegbegleiter aus ganz Deutschland unter Anteilnahme einer großen Trauergemeinde Abschied von Monsignore Winfried Pilz.
Als Hausherr und Freund seines letzten Lebensabschnitts zelebrierte Pfarrer Andrzej Glombitza am 9. März 2019 das heilige Requiem in dem bis auf den letzten Platz besetzten Gotteshaus.
Während Prälat Dr. Klaus Krämer den Einsatz von Winfried Pilz als Präsident des päpstlichen Missionswerks der Kinder „Die Sternsinger“ in Aachen würdigte, fiel plötzlich das Sonnenlicht des Vormittags gleißend in den Kirchenraum, als wollte der Heilige Geist ein Zeichen geben und einem außergewöhnlichen Menschen die letzte Ehrbezeugung erweisen. Besonders anrührend war die Anwesenheit der Kinder des Kindermissionswerkes „Die Sternsinger“ in ihren Gewändern, mit ihren Kronen, Turbane und Sternen, als deren Präsident er 10 Jahre von 200 bis 2010 die Verantwortung trug.

Indem er den letzten Lebensabschnitt und sein Wirken in der Oberlausitz als Geistlicher im „Unruhestand“ nachzeichnete, betonte Pfarrer Glombitza, dass Msgr. Pilz immer für das Miteinander Sorge getragen hat. Die heilige Messe wurde durch die Kirchenlieder begleitet, deren Texte aus der Feder von Monsignore Pilz stammen. So wurde eingangs der Messe „Aus der Tiefe unserer Nächte“ von einer Sopranistin und von Orgelmusik begleitet, dargeboten.

Einige der Lieder, die für den Trauergottesdienst bewusst ausgesucht wurden, waren gezielt fröhlich-optimistisch, darunter „Ich glaub an einen Gott der singt“ und „ Wir sind Gottes Melodie“. Winfried Pilz mochte diese Lieder besonders, da sie so viel Zuversicht und Vertrauen in Gottes Gnade versprechen. Bevor der Sarg aus der Pfarrkirche getragen wurde, stimmte die Trauergemeinde noch das Lied „Du Stern in meiner Nacht“ an, für das Monsignore Pilz ebenfalls den Text geschrieben hat. Die Kollekte war für weitere Sanierungsarbeiten an der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka/ Schönborn bestimmt.

 

Auf dem Friedhof Schönborn


Zwischen Regenschauern und Sonnenschein wartete auf dem Friedhof in Studanka/Schönborn eine überaus große Trauergemeinschaft auf die Ankunft des Sarges mit den sterblichen Überresten um Abschied von Monsignore Pilz zu nehmen und ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten. In persönlichen Gesprächen auf dem Friedhof kam die große Wertschätzung, die Monsignore Pilz weit über die Grenzen Deutschlands hinaus genoss und die überwältigende Anteilnahme der Trauernden zum Ausdruck. Monsignore war es gelungen Brücken zwischen deutschen und tschechischen Nachbarn zu bauen. Als Pfarrer im Ruhestand feierte er weiter Messen, taufte Kinder, sammelte Spenden für die Sanierung der Schönborner Kirche. Auch eine Brücke zwischen Glaube und Vernunft in Studanka /Schönborn zu bauen, ist ihm gelungen. Er nahm Anteil am Leben jedes Einzelnen und schenkte seine besondere Fürsorge den Menschen, die am Anfang oder am Ende ihres Lebens stehen: den Kindern und den Alten. Seine Demut und seine Menschenliebe sind uns Vorbild, sein unermüdlicher priesterlicher Dienst brachte vielen Menschen Segen. Vor allem aber hatte er ein offenes Ohr für jeden, hörte zu und half, wo er konnte. Eine „Schönbornerin“ erzählte über eine wunderbare Kindstaufe und eine andere über ihre erste Begegnung mit Monsignore Pilz hier auf diesem Friedhof und in diesem Gespräch er den Wunsch aussprach, hier auf diesem Friedhof unter dem Kreuz eines Tages seine letzte Ruhe zu finden, zurück an jenen Ort, wo seine Wurzeln waren. Eine besonders schöne Geste, war, dass man seinen hölzernen Wanderstab auf den sich der Monsignore, wie er hier respektvoll genannt wurde, in den letzten Jahren immer öfter stützen musste, auf den Friedhof an sein Grab mitgebracht hat.
Inzwischen war der Sarg auf dem Friedhof in Schönborn eingetroffen und die Bestatter trugen den Sarg würdevoll durch das Spalier der Trauernden über den breiten Weg.

Als musikalische Begleitung spielte ein Bläserchor zur Beisetzungsfeier auf dem Schönborner Friedhof. Pfarrer Andrzej Glombitza aus Leutersdorf leitete die Begräbniszeremonie und sprach Segensworte z.B. Psalm 23„Der Herr ist dein Hirte, es wird dir an nichts mangeln“ zum Abschied. Den Angehörigen, Verwandten und Bekannten sprach er Trost zu und würdigte Winfried Pilz als Theologen, kreativen Komponisten und großen Menschenfreund. Nach der Segnung des Grabes wurde der Sarg mit dem Blumenschmuck in das Grab herab gelassen. Dazu wurde von allen gemeinsam sein inzwischen weltbekanntes Lied „Laudato si o mi Signore“ gesungen.
Danach konnten sich die Angehörigen und die Trauergäste aus Tschechien und aus Deutschland von Monsignore Winfried Pilz verabschieden. Allen Anwesenden war die Überzeugung gemein: Hier ist jemand von uns gegangen, dem wir viel verdanken, der seine Spuren in Leutersdorf und Studanka, in Seifhennersdorf, in Varnsdorf und der ganzen Region hinterlassen hat, aber noch mehr in den Köpfen und Herzen all jener, die ihm im Laufe seines langen Lebens begegnet sind.

Monsignore Pilz hat auch in der kleinen Schönborner Kirchgemeinde große Spuren hinterlassen und so fragen sich viele Gläubige wie es mit der Seelsorge in Schönborn weitergeht? Wer wird nun die Kirche am Freitag öffnen? Oder wird alles wieder so trostlos wie früher? Denn er hat für das Miteinander Sorge getragen. Worte, die aus seinem Herzen kamen, gingen uns zu Herzen. Seine Besonnenheit und das Verharren im Gespräch werden uns fehlen.

 

Hatte der stimmungsvolle Himmel an diesem Tag etwas zu bedeuten?

Wir hatten gerade 30 km auf der Hinfahrt von Leipzig nach Leutersdorf zurückgelegt, als der Himmel seine Schleusen öffnete und Regen wie an Perlenschnüren aus den Wolken rieselten. Es sind Momente wie diese, die zum Nachdenken anregen und Gedanken kommen auf, dass der Himmel weint, weil wir heute einen außergewöhnlichen Menschen zur letzten Ruhe begleiten werden. In Leutersdorf angekommen wehte ein frischer Wind und ebenso auf dem Friedhof in Schönborn. Während des Requiems in der Kirche und auch beim Begräbnis schien die Sonne. Auf der Heimfahrt schüttete es wieder wie aus Eimern. Vielleicht kann auch das Wetter mit seinen unterschiedlichen Stimmungen zwischen Regenwolken und Sonnenabschnitten als Wink des Himmels gesehen werden und es kann Momente geben, wo so ein Sonnenstrahl, so ein Regenguss, so ein frischer Wind ein Zeichen Gottes sind.

Monika Hille

im Namen der Mitglieder des Fördervereins
“Kirchensanierung Schönborn/Studanka”.


Nachruf

„Als Gott sah; der Weg war zu steinig, der Berg zu hoch, die Kraft zu schwach und der Atem zu kurz, da nahm dich Gott in seine Arme und sprach:
Komm heim.“

Während des Trauergottesdienstes wurde auch ein Nachruf unseres Fördervereins Kirchensanierung Schönborn mit nachfolgendem Wortlaut verlesen:

Die Nachricht vom Tod Monsignore Winfried Pilz hat auch die Mitglieder vom Förderverein Kirchensanierung Schönborn zutiefst getroffen.
Es war schwer zu fassen, dass sich sein Gesundheitszustand in den letzten Wochen verschlechterte und dass der Moment des Abschiednehmens von Monsignore Pilz zu befürchten war.
Nichts im Leben fällt uns so schwer wie das endgültige Abschiednehmen von einem außergewöhnlichen Menschen, den wir kennen und schätzen lernen durften. Es fällt uns heute auch schwer, hier angemessene Worte des Gedenkens und des Abschiedes von unserem geschätzten Mitglied Winfried Pilz zu finden, weil man mit wenigen Worten sein Wirken nicht annähernd angemessen würdigen kann. Seit Gründung unseres Fördervereines zur Rettung der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Schönborn/ Studanka im Oktober 2007 unterstützte Monsignore Pilz jeden gemeinsamen Festgottesdienst in der tschechischen Landessprache durch eine Predigt in unserer Heimatkirche in deutscher Sprache. Somit richtete Monsignore Pilz stets sein Wirken in seiner Heimatregion auf die Versöhnung und Festigung der bereits guten Beziehungen zwischen den tschechischen und deutschen Nachbarn.
Sein Handeln war durch Gottvertrauen, Verantwortung, Toleranz, Mut, Vision, Glaube, Gewissen, Hoffnung, Ehrfurcht und Respekt geprägt. Zurückblickend auf sein Wirken im Deutsch-tschechischen Förderverein hatte Msgr. Pilz ein lebendiges Gespür dafür, was notwendig war und verfasste für unsere Außendarstellung im Internet viele Beiträge als geistliche Impulse zum Kirchenleben, erklärte unsere Kirchenfeste und drückte somit unaufdringlich auch unserer Internetseite seinen Stempel auf. Sein Gedicht auf unserer Startseite im Internet „Franziskus, siehst du nicht, wie mein Haus zerfällt?“ ist bleibender Eindruck seiner kreativen Unterstützung unserer Arbeit.
In seinem Beitrag “Annäherung an einen weißen Turm“ vom 17. Juni 2008, beschreibt Monsignore Pilz in humorvoller Weise seine Motivation und den Grund seines Engagements für die Heimatkirche. Sicher war sein Besuch dieses Friedhofs damals ausschlaggebend für seinen Wunsch hier in der Heimaterde seine letzte Ruhe zu finden.
Monsignore Winfried Pilz war ein begabter Prediger und tiefgläubiger Charismatiker, ein außergewöhnlicher Mensch der mit seiner Herzlichkeit, Geduld und Begeisterungs-fähigkeit für viele Menschen zum Vorbild wurde.
Gestorben ja, aber nicht tot in unseren Gedanken und Erinnerungen. Wir alle verlieren einen liebenswerten Menschen, doch die Lücke, die nun Monsignore Pilz für immer in unseren Reihen hinterlässt, wird bleiben und deshalb die Erinnerung an ihn in uns ständig wachhalten.

Wir werden Monsignore Pilz und sein besonderes Wirken in unserem Verein schmerzlich vermissen und sein Andenken immer in lebendiger Erinnerung bewahren.

Monika Hille

im Namen der Mitglieder des Fördervereins
“Kirchensanierung Schönborn/Studanka”.

„Ein außergewöhnlicher Mensch“ Msgr. Winfried Pilz ist verstorben

Denn wir wissen: wenn unser irdisches Haus abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel.

2. Korinther 5, 1

Uns erreichte die traurige Nachricht, dass Msgr. Winfried Pilz am Samstagabend, den 23. Februar im Alter von 78 Jahren im Carolus-Krankenhaus in Görlitz verstorben ist. Msgr. Pilz, geboren gam 4. Juli 1940 in Warnsdorf (Nordböhmen) kam durch Flucht und Vertreibung und insbesondere durch sein Wirken als Priester durch viele Regionen Deutschlands. 1966 in Köln zum Priester geweiht, prägte Msgr. Pilz bundesweit die katholische Jugendarbeit sowohl als Seelsorger wie auch als Dichter von neuen geistlichen Liedern. Als Jugendseelsorger des Erzbistums Köln und Rektor der Jugendbildungsstätte Haus Altenberg sowie als Referent im Jugendhaus Düsseldorf war er vor allem in der Jugendarbeit aktiv. Zunächst arbeitete er 10 Jahre als Pfarrer in Kaarst. Als Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ prägte Msgr. Pilz 10 Jahre bis 2010 die Aktion Dreikönigssingen.

2007erfolgte die Ernennung zum Archimandriten aufgrund seiner Verbundenheit mit der griechisch-katholischen Kirche in Syrien. In zahlreichen Laudationen wird sein Wirken als Autor vieler Publikationen und als Komponist neuer geistlicher Lieder gewürdigt, darunter als bekanntestes „Laudato si“, in dem er einen Text in Anlehnung an den Sonnengesang des Franz von Assisi schrieb.

Zahlreiche Laudatoren würdigen das Leben und Schaffen des Prälaten Msgr. W. Pilz und enden in ihrer Laudatio mit seiner Berufung 2010 bis 2012 als Auslandsseelsorger der deutschsprachigen Katholischen Gemeinde in Prag und seiner Rückkehr zu den Wurzeln seiner Kindheit in Leutersdorf, der böhmisch-sächsischen Grenzregion, nur wenige Kilometer von seinem heute in Tschechien liegenden Geburtsort Warnsdorf entfernt.

Aber ein Geistlicher im Ruhestand passte so ganz und gar nicht zu Msgr. Pilz. Er kam in seine Heimat im böhmischen Niederland auch mit der Absicht, hier an der böhmisch-sächsischen Grenze noch etwas mitgestalten zu können und die bereits guten Beziehungen zwischen den tschechischen und deutschen Nachbarn zu festigen.

Der herrliche Blick ins hiesige Dreiländereck und auf die auf die Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka (Schönborn) dem Heimatdorf seiner Mutter, war mit ausschlaggebend, auch Kontakte zu unserem sich in Gründung befindenden Förderverein zur Rettung der Heimatkirche in Schönborn, zu knüpfen.

Aus seiner eigenen Erfahrung heraus wusste er, dass selbst in der ärmsten Wohnung nach dem Krieg nie die schlichte Abbildung der Heimatkirche gefehlt hat. Sie war und ist schon immer das sichtbare Symbol der irdischen und kirchlichen Heimat gewesen.
Folgerichtig wurde Msgr. Pilz in seiner noch drei Jahre währenden Amtszeit als Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ in Aachen am 7. Oktober 2007 nach einem Festgottesdienst Gründungsmitglied unseres Fördervereins Kirchensanierung Schönborn e.V.
Msgr. Winfried Pilz war ein außergewöhnlicher, ein besonderer Mensch. Doch wie beschreibt man diesen Menschen, der sich seit seiner Kindheit dazu berufen fühlte, Priester zu werden und trotz seiner großen Leistungen und Verdienste, seiner Bekanntheit und Beliebtheit ein einfacher bescheidener Mensch geblieben ist, der in sich ruhte und allen Menschen stets freundlich zugewandt war?

Denn so haben wir Msgr. Pilz seit unserer Gründungsversammlung kennengelernt. Er war ein begnadeter Prediger und tiefgläubiger Charismatiker, ein Mann mit großer Seele und vielen Talenten. Nur beiläufig erwähnte er, dass er Gedichte und Lieder schreibt. Auf unserer Gründungsversammlung haben wir Msgr. Pilz als einen sehr feinfühligen Menschen mit lebhaften Augen, aber stets einen gütigen wohlmeinenden Blick kennengelernt.

Offen, kontaktfreudig, hilfsbereit, und kultiviert unterstützte Winfried Pilz von Anfang an unser Vorhaben, die Sanierung des Kirchturmes als ersten Bauabschnitt. Sein felsenfester Optimismus und der Glaube an das Gute im Menschen, sein feines Gespür für alle ein offenes Ohr zu haben und seine hohe Bereitschaft auf andere zu zugehen, zeichneten Winfried Pilz aus. Dabei konnte er sich selbst zurücknehmen und dem Anderen die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, Fragen zu stellen oder einfach nur zuhören.

Zu zahlreichen Gesprächsterminen, die jeweils eine Anreise „vor Ort“ nötig machten, kam Msgr. Winfried Pilz aus Aachen und unterstütze unser Bemühen, das entsprechende Netzwerk notwendiger Kontakte und Instanzen für die Rettung der Schönborner Heimatkirche aufzubauen.
Wenn er etwas zu sagen hatte, dann hörten wir ihm, der sein Christsein mit dem Herzen gelebt hat, zu. Sein Handeln war durch Gottvertrauen, Verantwortung, Toleranz, Mut, Vision, Glaube, Gewissen, Hoffnung, Ehrfurcht und Respekt geprägt. Zurückblickend auf sein Wirken im Deutsch-tschechischen Förderverein hatte Msgr. Pilz ein lebendiges Gespür dafür, was notwendig war und verfasste für unsere Webseite viele Beiträge als geistliche Impulse zum Kirchenleben, erklärte unsere Kirchenfeste und drückte somit unaufdringlich unserer Internetseite seinen Stempel auf.

Sein Gedicht auf unserer Startseite im Internet „Franziskus, siehst du nicht, wie mein Haus zerfällt?“ ist bleibender Eindruck seiner kreativen Unterstützung unserer Arbeit. Ebenso beeindruckend sind alle 20 von ihm verfassten Beiträge in unserer Webpräsenz.

Sein Beitrag “Annäherung an einen weißen Turm“ vom 17. Juni 2008, der seine Motivation und sein Engagement für die Heimatkirche in humorvoller Weise beschreibt, hat eine herausgehobene Bedeutung und ist daher besonders lesenswert. Hier zeigt sich, dass Monsignore Winfried Pilz, der sich um die christlichen Inhalte vieler Einträge unserer Webpräsenz kümmerte, ein begabter Prediger und tiefgläubiger Charismatiker, ja, ein begnadeter Mensch war, der mit seiner Herzlichkeit, Geduld und Begeisterungsfähigkeit für viele Menschen zum ausstrahlenden Vorbild wurde.

Von Anfang an unterstützte er jeden Festgottesdienst in der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka durch eine Predigt in deutscher Sprache als Zeichen eines wachsenden Verstehens der Gemeinsamkeiten beider Länder.
Ihm ist es auch zu verdanken, dass die kleine Kapelle im Eingangsbereich der Kirche mit Bänken und einem Assisi-Kreuz neugestaltet wurde.
Die mit ihm gemeinsam gepflanzten Eichenbäume, als Pilgerpfad von der Franziskus-Eiche zur Franziskus-Kirche, werden immer an diesen ganz besonderen Menschen erinnern. Eine solche lebendige Brücke über die Grenze hinweg ist für ihn zwar ein bescheidener, doch in der Tat „bewegender“ Moment gewesen.

Seine Gedanken zum Heiligabend, über das neue Fastentuch, die drei großen Palmen oder auch seine von ihm geschriebenen Beiträge zum Heiligen Franziskus lassen uns und andere Heimatfreunde heute noch teilhaben an seiner Einsicht, seinem Weitblick und seiner besonderen Art und Weise, wie er uns mit seiner christlich geprägten Denkweise und vor allem mit seinem Handeln, begeisterte.

Auch den Abiturienten des katholischen Gymnasiums in Varnsdorf und ihren Angehörigen wird die feierliche Übergabe der Abiturzeugnisse im Juni 2011 als krönender Abschluss des zwölfjährigen Schulbesuches unvergessen in Erinnerung bleiben. Monsignore Winfried Pilz, als Ehrengast geladen, ermunterte die jungen Absolventen ihren Glauben weiter zu tragen, wohin sie auch gehen werden. Er hat es verstanden, das innere Feuer weiterzugeben, um junge Menschen anzuspornen, das Beste aus sich herauszuholen.
Monsignore Pilz wusste: Christsein ist nicht ortsungebunden und nicht zeitlos, sondern immer an einen bestimmten Ort und an eine bestimmte Zeit gebunden.

Obwohl er zuletzt unseren Förderverein zur Kirchensanierung Schönborn e.V. aus nachvollziehbaren, gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv unterstützen konnte, lies er es sich dennoch nicht nehmen, jeden Freitag die Kirche in Studanka zu öffnen und die Gläubigen und Pilger zum Gespräch einzuladen und ihnen zugleich zu ermöglichen, eine Kerze zum Gedenken anzuzünden, damit die kleine Flamme der Franziskuskerze als Symbol der Hoffnung und aus einem kleinen Neuanfang etwas Größeres werden kann.

Mit großer Wehmut denken wir, die Mitglieder des Fördervereins Kirchensanierung Schönborn e.V., an die klugen, lustigen, tiefschürfenden Gespräche mit Msgr. Winfried Pilz zurück. Es war eine große Ehre und Freude, ihn zu unseren Unterstützern und Freunden zählen zu dürfen. Sein zuverlässiger Wissens – und Erfahrungsschatz, seine gute Beobachtungsgabe, seine hohe Bereitschaft auf andere Menschen einzugehen und für alle ein offenes Ohr zu haben, seine taktvolle und unaufdringliche Art, seine Kreativität und künstlerisches Schaffen wird uns fehlen.
Seinem Geist und seinem persönlichen Anliegen entsprechend, auch die Grenzen in den Köpfen der Menschen zwischen Deutschland und Tschechien zu überwinden, werden wir weiterhin unsere Arbeit als deutsch-tschechischer Förderverein zur Sanierung der Kirche des Heiligen Franz von Assisi fortsetzen.

Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Offenbarung 21, 4

In großer Dankbarkeit verneigen wir uns vor Monsignore Winfried Pilz, als einem „außergewöhnlichen“ Menschen, der viele Spuren in seinem Wirken hinterlassen hat.

Am Sonnabend, den 09. März 2019, findet um 11 Uhr das Requiem für Monsignore Winfried Pilz in der katholischen Kirche „Mariä Himmelfahrt“ in Leutersdorf statt. Nachfolgend wird der Sarg nach Studanka/Schönborn (Tschechien) überführt, wo auf dem Friedhof der Kirche des Heiligen Franz von Assisi die Beisetzung stattfindet.

Monika Hille

im Namen der Mitglieder des Fördervereins
“Kirchensanierung Schönborn/Studanka”.

Kann ein gemeiner Nagekäfer die Sanierung „unserer Königin“ verhindern…?

Jeder von uns hat schon einmal von ihm, dem Anobium punctatum gehört.

Der Gemeine/Gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum) – Quelle: Wikipedia

In Europa ist er das holzzerstörende Insekt schlechthin, welches Möbel, Kunstobjekte, diverse hölzerne Gebrauchsgegenstände und auch Musikinstrumente gefährdet. Besonders gern legt dieser gemeine Nagekäfer seine Eier in kühlen feuchten Räumen, insbesondere in die Einrichtungsgegenstände der Sakralbauten wie Kirchenbänke, Altäre, Holzfiguren ab und die daraus geschlüpften gefräßigen Larven beginnen in Ritzen und Spalten ihr zerstörerisches Werk. Lebende Exemplare zu finden, ist unheimlich schwer.
Kein Wunder: Holzwürmer sind naturgemäß eher öffentlichkeitsscheu. Zeigt sich doch einmal einer, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um den geschlüpften Käfer. Und der lebt gerade lange genug, um sich schnell noch fortzupflanzen. Wer aber kennt nicht seine runden Ausflugslöcher und weiß spätestens nach ihrer Entdeckung der ein bis 2 mm runden Löcher im Holz, dass er es mit dem gewöhnlichen Holzwurm zu tun hat? Leider legt dieser gemeine und auch noch flugfähige Holzwurm seine Eier gern in das Holz, in dem er selbst aufgewachsen ist und so hat er auch das jahrhundertealte Holz der Kirchenbänke, der Stifterfiguren im Kreuzgang und auch die Orgel unserer Heimatkirche in Schönborn befallen. Die Entwicklungszeit der Larve des Holzwurmes dauert unter günstigen Bedingungen ein Jahr, bei ungünstigen Bedingungen bis zu acht Jahre. In dieser Zeit durchziehen sie das Holz mit einem riesigen Netz aus Fraßgängen. Die Larven der ca. 200 Eier eines jeden Holzwurms bohren sich sofort nach dem Schlüpfen in das Holz und leben dort etwa fünf bis sechs Jahre lang. Nur bei sehr geringem Befall lassen sich Holzwürmer mit chemischen Mitteln bekämpfen. Hingegen bewährt hat sich die sehr aufwendige thermische Behandlung. Während man zuhause kleine Gegenstände für eine gute Stunde in die Sauna stellen kann, gelingt uns das weder mit den Kirchenbänken, noch mit der Orgel oder dem Altar. Bleibt zur Rettung der sakralen Kunstgegenstände, des Kirchengestühls und der Orgel nur die Einhausung des gesamten Innenraumes der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka/Schönborn durch eine Fachfirma und den gesamten Bereich mit mehr als 60 Grad heißer Luft oder einem speziellen Gas zu behandeln, so dass die gemeinen Nagekäfer sterben.

Der Förderverein hat in den letzten 11 Jahren vieles möglich gemacht:

Am 07.Oktober 2007 wurde der Förderverein zur Rettung der im Jahre 1872 geweihten Kirche des Hl. Franz von Assisi Schönborn gegründet. Erklärter Vereinszweck war und ist die Förderung der Erhaltung der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka/Schönborn mit ihrem markanten, hohen Kirchturm als einem Kulturschatz für unsere Kinder und Kindeskinder.
Ein erstes großes Teilprojekt dabei war der erfolgreiche Abschluss der Sanierung des Kirchturmes im Juli 2012. Durch Spenden der vielen sudetendeutschen Heimatfreunde und den finanziellen Beitrag des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds in Prag, konnte der Förderverein, in Anwesenheit der Bürgermeister der Städte Varnsdorf und Seifhennersdorf und des Direktors des katholisch bischöflichen Gymnasiums, am 21. Juli 2012 den nunmehr sanierten Kirchturm als ein weithin sichtbares Zeichen des Ortsbildes von Studanka /Schönborn, für eine der Zukunft zugewandte Art des Umgangs miteinander in Toleranz und gegenseitiger Achtung übergeben werden.

Wir danken an dieser Stelle noch einmal allen Spendern für ihren finanziellen Beitrag zum Gelingen des ersten Bauabschnittes.

Nach diesem ausführlichen Vorwort, „da steckt der Wurm drin und man muss seinen Feind schließlich kennen“, kommen wir zum Anliegen unseres erneuten Spendenaufrufes. Nicht zu übersehen und zu unterschätzen ist:

Der Holzwurm nagt an der Schiffner-Orgel in der Kirche des Hl. Franz von Assisi

Experten mahnen uns, die Schädlinge sollten zeitnah bekämpft werden Das Problematische dabei ist, dass der Holzwurm mittlerweile überall im Inneren der Heimatkirche aktiv geworden ist, so dass für seine Liquidierung eine umfassende Begasung unabdingbar wäre, welche aber nicht allein vom Verein zu finanzieren sein wird. Dazu müsse die Orgel komplett eingehaust und alle Öffnungen müssten verschlossen werden. Ebenso müsste mit den Kirchenbänken, den Stifterfiguren des Kreuzganges und anderen Holzkunstwerken verfahren werden. Für die Holzwurmbekämpfung und das Reinigen und Restaurieren der Orgel würden finanzielle Mittel in Höhe von ca. 38.000,00 Euro als erste Schätzung aufzubringen sein. Mit Hilfe unserer Spender ist es bisher gelungen einen Eigenanteil in Höhe von 20.750,00 Euro für dieses Vorhaben aufzubringen. Als Förderverein habe wir bereits den Verantwortlichen des Bistums Leitmeritz, Herrn Mgr. Radek Rejsek für das Teilprojekt gewonnen. Er sicherte einen Fördermittelzuschuß seitens des Bistums für das Jahr 2019 für die Orgelsanierung zu.

Mit der finanziellen Unterstützung des Bundes der Niederländer e.V. könnten wir auch bei der Sudetendeutschen Stiftung in München als Förderverein Kirchensanierung Schönborn e.V. einen Antrag auf Fördermittel stellen. Außerdem haben wir mit dem Pfarrer Jaczek Kotiisz der Warnsdorfer Kirche vereinbart, dass er gleichfalls bei der Abteilung Denkmalschutz einen Antrag zur Bereitstellung von Fördermitteln einreichen wird.
Wir sind uns alle einig darin, dass die Kirche des Heiligen Franz von Assisi mit der Schiffner-Orgel ein Kunstwerk von historischem Wert und von besonderer Schönheit besitzt, dass es zu erhalten gilt. Jede Orgel ist in der Regel ein sehr langlebiges Instrument und daher lohnen sich auch die hohen Investitionen, um diese Orgel von historischem Rang auch für unsere Enkelgenerationen zu erhalten.

Nach wie vor frisst sich der Holzwurm durch die altehrwürdige Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka/ Schönborn. Befallen sind neben den Bänken auch Altar, Kanzel und die einzigartige Schiffner-Orgel. Bei Heinrich Hille an der Vereinsspitze schrillen die Alarmglocken denn die Schäden befinden sich nahezu überall und Geld für die Bekämpfung ist knapp oder gar nicht vorhanden.

Aus diesem Grund startet der Förderverein Kirchensanierung Schönborn e.V. erneut einen Spendenaufruf:

Bitte helfen sie uns mit Ihrer weiteren Spende, den Kampf gegen Anobium punctatum, dem gemeinen Holzwurm zu gewinnen!
Wir bitten alle Freunde der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka/ Schönborn um eine Spende auf unser Spendenkonto bei der Saalesparkasse Halle.

Spenden-Konto

IBAN:DE75800537620385319648
BIC: NOLADE21HAL
Verwendungszweck: Holzwurmbekämpfung – Orgelsanierung

Wir bedanken uns für Ihre Hilfe und Unterstützung und wünschen Ihnen allen ein gesundes und gesegnetes neues Jahr 2019!

Monika Hille im Namen des Vorstandes
und der Mitglieder des Fördervereins
“Kirchensanierung-Schönborn / Studanka”.