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Förderverein sammelt fleißig für eine „Königin“

Nicht ohne Grund wird die Orgel die „Königin der Musikinstrumente“ genannt.

Sie vereinigt eine Vielzahl von Klangfarben und ist ein faszinierendes Instrument von beeindruckender Größe und prächtigem Aussehen, das optimal an die Akustik des Raumes angepasst wurde, in dem sie erklingt. Sie kann bis zu 20 Meter hoch sein und den gesamten Frequenzbereich des menschlichen Gehörs abdecken. Bei keinem anderen Musikinstrument findet man so viele verschiedene Klangfarben, keinen so großen Tonumfang. Auch technisch gesehen ist die Orgel eine „Königin der Instrumente“. Die Orgel ist ein Tasteninstrument, bei dem Pfeifen als Tonerzeuger durch Wind zum Klingen gebracht werden. Es gibt ein Gebläse, das Druckluft, den so genannten Orgelwind erzeugt, welcher die Pfeifen zum Tönen bringt. Im Inneren der Orgel stehen meist mehrere hundert Pfeifen aus Holz und Metall und in ganz unterschiedlichen Formen. Sie stehen auf breiten hölzernen Kästen, den Windladen. In ihnen befinden sich die Ventile, die die Luftzufuhr zu den Pfeifen ermöglichen oder unterbrechen. Die prächtigen Instrumente in Kirchen und Konzertsälen sind Meisterwerke der Feinmechanik und des Instrumentenbaus. Sie imitieren auch andere Instrumente wie zum Beispiel Trompeten oder Blockflöten und die Orgelmusik ersetzt ein ganzes Orchester. Aus diesem Grund faszinieren und verbinden Orgelklang und Orgelspiel seit mehr als 2000 Jahren Menschen unterschiedlicher ethnischer, politischer, sozialer und religiöser Prägungen. Seit dem Mittelalter ist der Orgelbau und die Orgelmusik vor allem in Deutschland weiterentwickelt worden und könnte nun zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit durch die UNESCO erklärt werden.

Eine imposante Orgel schmückt seit 1872 auch die Kirche des Heiligen Franziskus von Assisi in Studanka / Schönborn. Sie ist das Meisterwerk des bekannten Prager Orgelbauers Karl Schiffner. Wie beim Erhalt eines jeden Gebäudes, muss auch eine Orgel früher oder später renoviert und im Abstand von 20 Jahren gründlich gereinigt werden.
Deshalb hat Karl Schiffner vermutlich ca. 20 Jahre nach der Erbauung die Orgel in der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Schonborn selbst modernisiert. So wurde der Spieltisch, ursprünglich fest im Untergehäuse integriert, umgesetzt und mit Blick zum Altar ausgerichtet. Vermutlich stammt aus dieser Zeit auch eine Erweiterung des Pedalumfanges von ursprünglich 18 auf heute 25 Töne. Eine zum Original baugleiche Erweiterungswindlade wurde für die 7 zusätzlichen Töne eingerichtet.
Nach 1918 wurden die aus Zinn gebauten Pfeifen zu Kriegszwecken requiriert und durch Pfeifen aus Zink mit Silberbronzierung ersetzt.
Ungeachtet einer weiteren Reinigung und Reparatur der Orgel im Jahr 1991 hat das Instrument zuletzt nur noch eingeschränkt funktioniert. Trotz der soliden Bauweise der Schiffner – Orgel sind wesentliche Bauteile stark beschädigt. In der Holzverkleidung auf der Empore, am Gehäuse der Orgel und auch an Einzelteilen der Technik im Inneren wurden Schäden durch Holzwurmbefall festgestellt. Sowohl die Manualklaviatur (Doppelwippe) als auch die Pedalklaviatur sind zudem stark abgenutzt und bedürfen der Reparatur und in Teilen der Erneuerung. Eine umfassende und zeitnahe Sanierung durch Fachleute des Orgelbaus ist deshalb unabdingbar.
Mit der Schiffner-Orgel besitzt die Kirche des Heiligen Franz von Assisi ein Kunstwerk von besonderer Schönheit und Vielfalt, dass es zu erhalten gilt. Jede Orgel ist in der Regel ein sehr langlebiges Instrument und daher lohnen sich auch die hohen Investitionen, um die Traditionen des Bauens und Spielens von Orgeln auch unseren Enkelgenerationen zu hinterlassen. Schließlich sind alte, denkmalwürdige Bauten wie die Heimatkirche in Schönborn / Studanka und somit auch unsere „Königin der Instrumente“ nicht nur Zeugnis heimischer Handwerkskunst und Architektur, sondern auch der Zeitgenossen, die im Laufe der Geschichte in und mit ihnen lebten.

Unser großer Wunsch ist es, dass diese besondere Orgel in alter Pracht erhalten wird und die gläubigen Zuhörer und das musikinteressierte Publikum in unserer ehrwürdigen Heimatkirche wieder durch ihren Klang erfreuen kann.

Kirchenorgel

Deshalb bitten wir Sie um Ihre Spende und freuen uns über jede finanzielle Unterstützung.

Gemeinsam mit Ihnen können wir so die Orgel-Sanierung in der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka / Schönborn realisieren.

Allen Spenderinnen und Spendern ein herzliches Vergelt`s Gott.

Monika Hille
im Namen des Vorstandes des
Fördervereins Kirchensanierung Schönborn e.V.

„Nur ein Leben“ – für alle Heimatvertriebenen und Heimatverbliebenen

Seit 2015 findet jährlich am 20. Juni in Deutschland ein Gedenktag für die 14 Millionen Opfer von Flucht und Vertreibung zugleich mit dem Weltflüchtlingstag statt. Als Folge des von Deutschland begonnenen zweiten Weltkriegs wurden auch 3 Millionen Deutsche aus dem vor 800 Jahren besiedelten Sudetenland vertrieben, zwangsumgesiedelt oder mussten flüchten. In ihrer Rede an diesem Gedenktag äußerte die Bundeskanzlerin Merkel;
„Die Heimatvertriebenen waren Opfer, die bitteres Unrecht erlitten haben. Aber wir verkennen auch nicht Ursache und Wirkung: Vertreibung und Flucht der Deutschen waren eine unmittelbare Folge des von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkriegs und der unsäglichen Verbrechen während der nationalsozialistischen Diktatur. Doch das ändert nichts daran, dass es für Vertreibung weder eine moralische noch eine politische Rechtfertigung gab.“ Dieser Satz bedingte scharfe Kritik seitens tschechischer Spitzenpolitiker.
Für die Generation der Heimatvertriebenen selbst, war und ist die Vertreibung ein lebenslanges Trauma. Auch wenn sie keinen Hass mehr hegen dennoch würden sie ein wenig mehr Gerechtigkeitsgefühl und Einsicht tschechischer Spitzenpolitiker begrüßen. Im Gegensatz dazu wird die Vertreibung aus der Sicht vieler jungen Tschechen heute als ein Fehler gesehen, zumal sich die Regionen oft bis heute nicht wirtschaftlich erholt haben. Als Enkelgeneration entdecken sie ihre Geschichte neu und seit der Wende können die heimatverbliebene Minderheit von ca. 40.000 Menschen mit deutschen Wurzeln und die tschechische Mehrheit wieder frei aufeinander zugehen und den Weg zur Versöhnung in Europa weiter beschreiten.

„Nur ein Leben“ – ein bemerkenswerter Roman erzählt eine lange tabuisierte Geschichte über die Vertreibung von Menschen aus ihrer jahrhundertelangen Heimat, aus der Gemeinschaft des Dorfes und der Städte in denen sie nach alter Ordnung lebten, wurden sie aus ihrem beruflichen und gesellschaftlichen Umfeld herausgerissen.

Ein Stück zutiefst trauriger deutsch-europäischer Geschichte bildet den Hintergrund für das berührende Schicksal der vier Hauptfiguren des Romans.
Bedingt durch einen Schicksalsschlag, werden ein Mann, zwei Frauen und ein Kind in eine ungewöhnliche Gemeinschaft gedrängt. Sie sind einander nicht nur in Liebe, sondern auch in Hass verbunden. Doch eines Tages müssen sie erkennen, dass es um mehr geht als ihre persönlichen Konflikte: Es geht ums Überleben!
Als deutsche Minderheit in der damaligen Tschechoslowakei lebend, sehen auch sie sich nach der Machtergreifung Hitlers und dem Beginn des 2. Weltkriegs alsbald von den dramatischen Auswirkungen dieses barbarischen Krieges und den menschenverachtenden Bedingungen eines Lebens unter einer blutigen Diktatur betroffen.
Obwohl an keinem der schrecklichen Vorgänge beteiligt, werden sie nach Kriegsende zusammen mit vielen anderen Deutschen im Sinne einer Kollektivschuld für alle begangenen Kriegsverbrechen mit Lageraufenthalten und Zwangsarbeit bestraft. Im Zuge einer von den Siegermächten gebilligten Vertreibung verlieren sie ihre gesamte Habe und ihre Heimat.
Ihr Überleben verdanken sie nicht nur ihrer eigenen Widerstandskraft, sondern auch dem Mitgefühl und der Hilfsbereitschaft anständiger Menschen, deren Denken nicht in der Einteilung der Welt in Freund oder Feind befangen war.
Die in Mährisch-Trübau 1933 geborene Autorin, Ingeborg Schuchart, schildert mitfühlend in ihrem Erstlingswerk, teilweise aus der Erinnerung eines damals zwölfjährigen Mädchens, die ernsten und sehr erschütternden Zustände für Opfer von Flucht und Vertreibung aus den ehemals deutschen Landesteilen Böhmen und Mähren. In ihrem Roman haben die Unglücklichen einen Namen: Therese Sattler, Anna Kapek und Enkelin Emma sowie Dr. Joseph Renner. Der Autorin ist es gelungen, eine komplizierte Familiengeschichte und die gesellschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit, atmosphärisch so zu erzählen, als wäre man selbst dabei gewesen. Trotz Zwangsarbeit, Internierungszeiten und anderer heftiger Repressionen, welchen die Sudetendeutschen ab Mai 1945 (Benes-Dekrete) ausgesetzt waren, zeigt dieser Roman auch die zutiefst menschliche Seite von Hass, Liebe, Mitgefühl, Verständnis und Hilfsbereitschaft.
Die Anfänge des lebenslangen Traumas der Heimatvertriebenen werden von Ingeborg Schuchart geradezu „seziert“ und die Zustände, Gefühle der Protagonisten werden so feinfühlig beschrieben, dass dieser Roman inhaltlich und stilistisch auch für die Enkelgeneration der drei Millionen, heimatvertriebenen Sudetendeutschen lesenswert ist.
Als „Augenöffner“ ist der Roman „Nur ein Leben“ von Ingeborg Schuchart für diejenigen Leser gedacht, die sich genauer für das große Lebensdrama der insgesamt 14 Millionen Deutschen interessieren, die in den Zeiträumen 1944/45 und 1950 von Flucht und Vertreibung betroffenen waren und ihre alte Heimat nicht vergessen konnten.

Roman – von Ingeborg Schuchart (Autor)
Broschiert: 452 Seiten EUR 19,80
Verlag: OsirisDruck; Auflage: 1 (23. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 394139472X
ISBN-13: 978-3941394728
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Trauer um Dechant P. Alexej Baláž

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* 11. Juni 1943 / † 3.November 2016

Nach langer, schwerer Krankheit, die er geduldig stets mit Optimismus und vor allem viel Gottvertrauen ertragen hatte, starb Dechant P. Alexej Baláž am 3. November 2016 im Krankenhaus Decin (Tetschen).

Wie kein anderer war P. Alexej Baláž ein Pfarrer mit Leib und Seele, der in fast einem halben Jahrhundert seines seelsorgerischen Wirkens in Varnsdorf und Umgebung tiefe Spuren hinterlassen hat.

Geboren am 11. Juni 1943 in Humene in der Slowakei studierte er an der St. Cyril und Methodius-Theologischen Fakultät in Litomerice und wurde nach seinem Theologie­studium am 24. Juni 1972 in St. Stephen in Litomerice zum Priester geweiht. Seinen Priesterdienst verrichtete er in Liberec (Reichenberg) als Kaplan und stand seit dem 1. November 1981 als Dechant dem Dekanat in Krasna Lipa (Schönlinde) in Doubice (Daubnitz) vor. Er wirkte als Pfarrer in Varnsdorf (Warnsdorf), in Studanka (Schönborn), in Jretin pod Jedlovou (Georgenthal) in Podluzi (Niedergrund) und in Snezna (Schauhübel bei Schönlinde).Zwischen 1995 und 2014 war P. Alexej Baláž Vikar im Vikariat Bezirk Decin und wurde am 11. April 1995 zum Kanon der Domkapitel in St. Stephen in Litomerice ernannt.

Als Geistlicher erlebte Dechant P. Alexej Baláždie Zeiten des Umbruchs. Diese Umbrüche haben ihm schwer zu schaffen gemacht, denn seine Aufgabe war es, die Vorgaben des Bistums umzusetzen.  Die vielen, teils persönlichen Anfeindungen haben ihm zugesetzt. Kritik ist nicht an ihm abgeperlt, denn er war ein sensibler Mensch, der ein schweres Amt innehatte.

Dechant P. Alexej Baláž war ein Pfarrer alter Schule. Wer ihm begegnete, traf einen hoch gewachsenen Mann mit kräftiger Stimme und fundiertem Wissen, zu dem man aufblicken, an dem man sich aber auch reiben konnte, denn er hinterließ nicht nur seelsorgerische Spuren, sondern auch baumeisterliche. Trotz der Verweigerung staatlicher Behörden veranlasste er 1975 die Reparatur des Daches der Kirche in Doubice  auf eigene Kosten. Seit 1981 war er bis zu seinem Tod  Pfarrer in Varnsdorf.

In seine „Amtszeit“ fiel auch die in einem ersten Bauabschnitt erfolgte Renovierung des Kirchturms der Heimatkirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka /Schönborn, die er als Mitglied des Kirchenfördervereins unterstützte. Letztlich ist es Dechant P. Alexej Baláž zu verdanken, dass nach 1945 durch die Erneuerung des Kirchendaches die Schönborner Kirche vor dem Verfall bewahrt werden konnte.

Gemeinsam mit den in Schönborn verbliebenen Sudetendeutschen und mit Hilfe seiner Freunde und Verwandten aus der Slowakei hat er die Kirche neu verputzen lassen. Im Inneren wurde die Kirche mit dem heute noch sehenswerten hellen Anstrich versehen.  Außerdem ließ P. Alexej Baláž die klangvollen Glocken im Kirchturm wieder aufhängen und ein Taufbecken aufstellen. Sein Verdienst ist es auch, dass die Stifterfiguren an den Seitenwänden in der Kirche wieder in alter Pracht den Kreuzgang zieren. Nach Abschluss der Sanierung zelebrierte er im Jahr 2015 die festliche Weihe des neuen Kreuzes an der Ostseite der Kirche anlässlich des Heimattreffens der „Niederländer“.

Solange es sein Gesundheitszustand erlaubte, hat Dechant P. Alexej Baláž regelmäßig am Sonntag den Gottesdienst in der Kirche des Heiligen Franz von Assisi gehalten.

Trotz mancher Querelen erreichte stets ein gutes Einvernehmen zwischen kirchlicher und politischer Macht zum Wohle der Gemeinden des Dekanats. Nun hat sich der Lebenskreis von P. Alexej Baláž, der sicherlich in den Herzen der Gläubigen weiterlebt, geschlossen. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke. Mögen ihn die Engel zum Paradies geleiten und der Herr ihm das ewige Leben schenken.

Am 12. November 2016 wurde er, seinem Wunsch entsprechend, in der Gruft der Dekanatskirche der Heiligen Peter und Paul in Varnsdorf beigesetzt.

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Heinrich Hille, im Namen der Mitglieder des Fördervereins Kirchensanierung Studanka /Schönborn

Denkmale sind ein Stück Heimat

Liebe Heimatfreunde, liebe Freunde unserer Kirche des „Heiligen Franz von Assisi“ in Studanka/ Schönborn

Was wären unsere Städte und Dörfer ohne Kirchen, ohne diese historischen Bauwerke, die Wahrzeichen eines jeden Ortes sind?

Bauwerke wie auch unsere Heimatkirche des „Heiligen Franz von Assisi“ in Studanka/ Schönborn geben dieser Landschaft ein einmaliges und unverwechselbares Aussehen. Die Erhaltung dieses kirchlichen Kulturgutes ist auf Traditionen begründet und ist für die Lokal- und Kulturgeschichte dieser Region von herausragender Bedeutung. Sie gehören zum Erbe der gesamten tschechischen und sudetendeutschen Bevölkerung. Deshalb ist der Erhalt unserer Heimatkirche nicht nur den Intentionen der christlichen Verkündigung verpflichtet, sondern zugleich kulturelle Identität und kollektives Andenken.

Unsere Kirche wurde vom Denkmalamt der Tschechischen Republik im September vergangenen Jahres zum Denkmal erklärt! 

Diese Wertschätzung erfreut uns alle. Die Einordnung der Kirche zum Denkmal hat zur Folge, dass alle unsere Sanierungsarbeiten an und in der Kirche in Abstimmung mit der Denkmalbehörde der Stadt Warnsdorf denkmalgerecht zu erfolgen haben. Nach den Sanierungsarbeiten in der Antonius-Kapelle im vergangenen Jahr, nach der Erneuerung der Weihnachtskrippe, nach Aufstellung eines Opferstockes unter dem Bild des heiligen Antonius, (ein Geschenk von der Kirche Maria-Himmelfahrt aus Sand/Südtirol), und nach der Erneuerung der Blitzschutzanlage an der Kirche. wollen wir in diesem Jahr sowohl die Sanierung des wundervollen Kreuzweges vorbereiten als auch mit der Renovierung der im Jahre 1872 von Karl Schiffner aus Prag erbauten Orgel beginnen.

Dazu werden wir Fördermittel vom tschechischen Staat und bei unserer Sudetendeutschen Stiftung beantragen. Darüber hinaus bitten wir die Mitglieder unseres Fördervereins und alle Heimatfreunde unserer Kirche aus „Nah und Fern“, uns mit einer Spende zu helfen.

Unser Spendenkonto: DE 75800 537620 3853 19648 bei der Saalesparkasse Halle.

Im Namen der Mitglieder unseres Fördervereins Kirchensanierung Schönborn e.V. bedanke ich mich im Voraus bei allen Spendern. Sie erhalten für ihre Spende eine Spendenbescheinigung!

Heinrich Hille – Vorsitzender

Wieder Maiandacht in Schönborn

Im Mai – so sagt man oft – trägt die Natur ihr Festgewand. Viele Pflanzen blühen, alles sprießt und wächst. Das empfinden wir als schön, einfach schön. Der Mai ist in der christlichen Tradition auch eine Zeit der besonderen Marienverehrung.
So ist der Monat Mai, in der katholischen Kirche in besonderer Weise der Verehrung der Gottesmutter Maria gewidmet. Hinweise auf Maiandachten gibt es bereits im Mittelalter. Dass man aber den ganzen Mai hindurch täglich oder häufig Gebete der Mutter Jesu weihte, ist das Ergebnis einer Entwicklung, die erst im 17. Jahrhundert eingesetzt hat. Im 18. Jahrhundert verbreitete sich diese Andachtsform weltweit in der katholischen Kirche.
Früher zählten Maiandachten ähnlich wie die Christmette und die Osternacht zu den Leuchtpunkten des Jahreslaufs der Katholiken.
Heute kennen viele diesen kirchlichen Brauch gar nicht mehr. Gerade am Ende der Kindheit boten Maiandachten erste willkommene Gelegenheiten für Jugendliche und Ministranten, um am Abend länger aus dem Haus zu bleiben. So wie heute noch in vielen Pfarreien und Diözesen spezielle Wortgottesdienste zu Ehren der heiligen Maria gepflegt werden, fanden auch nach vielen Jahrzehnten in der St. Franziskuskirche in Schönborn wieder Maiandachten statt. Da neuerdings die Schönborner Franziskus – Kirche am Freitag von 17.00-19.00 Uhr geöffnet ist, lud Monsignore Winfried Pilz, in diesem Jahr zu vier Maiandachten in die Schönborner Kirche ein. Was bescheiden – mit vier Teilnehmern begann, waren bei der dritten Maiandacht bereits 15 Teilnehmer gekommen. Einer dieser Teilnehmer, jetzt in Leutersdorf daheim, erzählte: „Genau vor 73 Jahren bin ich einmal barfuß in die Kirche gekommen, um zu ministrieren. Das ließ der Pfarrer nicht zu, und ich musste unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen.“ Umso mehr beeindruckt uns seine über nunmehr viele jahrzehntelange Treue zu unserer Heimatkirche.

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Übrigens: auch Sankt Franziskus auf dem Gemälde des Hochaltars hat noch nicht einmal Sandalen an. Wie konnte er da nur in den Himmel zugelassen werden!?
Monsignore Winfried Pilz mit einem Augenzwinkern!

Nacht der Kirchen

Ich weiß nicht, ob es in unserem Gebiet eine andere Stadt gibt, die sich gleich mit fünf Kirchen rühmen kann. Da ist es schade, dass sich schon seit langem keine davon der Aktion „Nacht der Kirchen“(Noc kostelů) anschließt, die in ganz Tschechien stattfindet.

Eine Art „Ehrenrettung“für Varnsdorf war heuer die neoromanische Kirche des heiligen Franziskus von Assisi auf Studanka (früher Schönborn). Dort war ein Programm vorbereitet, auch mit Engagierten von auswärts. So waren mit dabei Herr Heinrich Hille, Initiator der Kirchensanierung, und Monsignore Winfried Pilz, der sich um die geistliche Gestaltung kümmerte. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die kleine Kapelle am Eingang mit Bänken und einem Assisi-Kreuz neu gestaltet wurde.

Übersetzung aus der tschechischen Sprache
Artikel von Ivo Šafus

Heimkehr – Maria Henke

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„Nun durch die Bergeseinsamkeit
Sie wie zum Himmel steigen,
Kein Glockenklang mehr reicht so weit,
Sie sehn im öden Schweigen
Die Länder hinter sich verblühn,
Schon Sterne durch die Wipfel glühn.“
(aus „Letzte Heimkehr“ von Joseph Freiherr von Eichendorff)


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Mit einem bewegenden Trauergottesdienst haben wir in der Kirche des Hl. Franz von Assisi in Studanka/ Schönborn am Samstag, den 30. November, von unserer Maria Henke Abschied genommen.

Hinterbliebene, Freunde, Nachbarn, die Kirchengemeinde, die Mitglieder unseres Fördervereins Kirchensanierung Schönborn und viele Menschen aus der Umgebung hatten sich in der Kirche versammelt, um mit dieser Gedenkfeier an Maria Henke zu erinnern und das Leben und Wirken unserer „Minke“ zu würdigen.

Eingeleitet vom Posaunenchor und begleitet durch Orgelspiel und den Kirchenchor wurde der

Trauergottesdienst von Pater Kudelka in tschechischer Sprache mit Danksagung und Segensgebeten zelebriert.

Mit der Gesangsdarbietung „Flieg Gedanke“ des Gefangenenchors, aus Verdis Oper Nabucco, trugen die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores der Stadt Varnsdorf, unter der Leitung von Frau Matysova, zu einer unvergleichlichen Atmosphäre der Zuversicht und Hoffnung bei.

In der Predigt wurde all der Menschen gedacht, die von uns gegangen sind: jener, die von heute auf morgen mitten aus dem Leben herausgerissen wurden, und jener, die nach langem Leiden endlich an ihrem Ziel angekommen sind. Auch Maria Henkes langer Lebensweg hat sich nun nach 100 Jahren vollendet: sie ist am Ziel, in die ewige Herrlichkeit heimgekehrt.“

In sehr persönlicher Weise würdigte Monsignore Winfried Pilz die wesentlichen Stationen des Lebens der Verstorbenen. Er sprach warmherzig über sein erstes persönliches Zusammentreffen mit Maria Henke auf dem Schönborner Friedhof und über ihre langjährige Freundschaft und die wundervollen Briefe, die sie ihm in der ihr eigenen Schönschrift und mit stets bei klarem Verstand geschrieben hat. Monsignore Pilz erinnerte dabei auch an ihren Mut und ihre Hoffnung sowie ihren unverwechselbaren Beitrag zur Versöhnung zwischen den tschechischen und den deutschen Mitbürgern in Studanka/ Schönborn sowie den Heimatvertriebenen in ganz Deutschland.

Zum Abschluss des Trauergottesdiensts wurde in der mit einer großen Trauerkerze und vielen Blumen, Kränzen und Grabgestecken geschmückten Sarg in der Kirche gemeinsam das Vaterunser gesprochen.

Nach der Trauerfeier begleitete die Trauergemeinde Maria Henke in einem Trauerzug auf den Schönborner Friedhof zur Grablegung.

Beim Absenken des Sarges wurde vielen der annähernd 200 Trauergästen noch einmal spürbar bewusst, mit welcher Hingabe und welchen Mühen Maria Henke, „unserer Minke“, für den Erhalt und der Pflege des Friedhofes, der nun auch ihre letzten Ruhestätte ist, in all den Jahrzehnten ihres Wirkens gesorgt hat.

„Liebe Maria Henke,
alles Gute von uns geben wir dir gern mit auf den Weg, und alles Gute von Gott wünschen wir dir dazu, seinen Trost, sein Erbarmen, seine Vergebung, seinen Schutz, seine Gnade auch und seine Kraft, dass er dir grenzenlosen Frieden schenke, innige Geborgenheit, eine ewige Heimat und seine bedingungslose Liebe. Möge das alles, was Du uns gegeben hast und was Dir wichtig war, wie Samen aufgehen, wachsen und gute Früchte tragen. Mit diesem Segensgebet und den guten Wünschen verneigen wir uns vor Dir und nehmen Abschied von Dir“.

Mit Weitsicht, Mut, visionärer Kraft und Leidenschaft hat Maria Henke entscheidend dazu beigetragen, dass unser gemeinsames Projekt Kirchensanierung der Kirche des „Heiligen Franz von Assisi“ in Studanka/ Schönborn im ersten Bauabschnitt verwirklicht wurde. Sie war froh und stolz darauf, dass sie die Sanierung des Kirchturmes noch erleben durfte.

Im Andenken an Maria Henke und an ihr Wirken um den Erhalt der unvergessenen Heimatkirche des „Heiligen Franz von Assisi“ in Studanka/Schönborn bitten wir alle, die Sanierung des Gotteshauses in einem zweiten Bauabschnitt durch Ihre Spenden weiterhin zu unterstützen!

Spenden-Konto
IBAN: DE75800537620385319648
BIC: NOLADE21HAL

Der Vorstand und die Mitglieder des Fördervereins
“Kirchensanierung-Schönborn / Studanka”.

Trauerfeier für Maria Henke

Am Samstag, den 29. November 2014 um 13 Uhr werden wir feierlich in der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Studanka/Schönborn von Frau Maria Henke, unserer Ehrenvorsitzenden „Minke“ feierlich Abschied nehmen. Anschließend wird Frau Maria Henke auf dem Friedhof in Studanka/Schönborn, den sie jahrzehntelang gepflegt und erhalten hat, beigesetzt.

Nachruf für Maria Henke – † 22. November 2014

Sonnenuntergang_Stuttgart

Man sieht die Sonne langsam
untergehen und erschrickt doch,
wenn es plötzlich dunkel ist.

(Franz Kafka)

Wir nehmen Abschied von unserer „Minke“

Minke Foto

Wir nehmen Abschied von unserer Maria Henke, Ehrenvorsitzende und Mitglied des Fördervereins “Kirchensanierung-Schönborn / Studanka”. Gestern, am 22. November 2014,ist sie für immer von uns gegangen.
Wir verneigen uns vor einer großen Persönlichkeit, Sie wird uns fehlen! Nichts mehr wird so sein wie früher. Da wird immer eine Lücke bleiben, die Minke hinterlässt.
Unsere „Minke“, wie wir sie voller Zuneigung und Respekt nennen durften, konnte auf 100 Jahre bewegtes Leben zurückblicken.
Sie ging ihren Lebensweg stets mutig, mit Gottvertrauen und immer mit dem Blick
nach vorn. Das konnte sie, weil sie stets hoffnungsvoll und fest in ihrem Glauben
verankert war.

Der Text Psalm 23 würde ihr sicherlich aus dem Herzen sprechen:

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Wenn wir auf ihr langes Leben blicken, sehen wir ihre Wünsche und Hoffnungen, von denen sich manche erfüllten. Mit ihrer einmaligen Lebensgeschichte war sie eine Bereicherung für alle.
Maria Henke hat mit Elan und Tatkraft vielen Generationen „Brücken“ gebaut. Ihr ganzes Leben hat sie im Glauben an Gott als Dienst von Mensch zu Mensch aufgefasst, um stets zu helfen, wo Hilfe nötig war. Als die ”gute Seele” der Kirchgemeinde in Schönborn hat sie sich verlässlich und doch so bescheiden in all den vielen Jahren um den Erhalt der Kirche des „Heiligen Franz von Assisi“ und des Friedhofs in Schönborn gekümmert. Dafür, liebe Minke, unseren Dank und ein großes “Vergelt´s Gott”.
Dennoch ist Maria Henke in ihrer letzten Lebensphase sehr viel zugemutet worden, Denn zuletzt mangelte es an Gesundheit, an Kraft, an Freude. Stattdessen waren da Krankheit, unsagbares Leid und Schmerzen.
Sie ist nicht mehr da und ist doch bleibt sie uns ganz nah. Denn Minke wird ewig in unseren Gedanken, in unseren Erinnerungen und in unsere Herzen sein. Da hat sie nun ihren Platz und wir erinnern uns an glückliche Stunden mit ihr in unserer Mitte, an Gottesdienste, lustige Erlebnisse, an Feste und Feierlichkeiten mit ihr; und eben auch Erinnerungen an Krankheit, Leid und schwere Stunden.

Einschlafen dürfen, wenn man müde ist,
und eine Last fallen lassen dürfen,
die man lange getragen hat,
das ist eine köstliche wunderbare Sache.
(Hermann Hesse)

Wir geben unserer Minke alle guten Wünsche mit auf den Weg, den sie nun geht. Wir wollen uns gern an sie erinnern: als eine Frau voller Lebenskraft, voller Liebe und Engagement für ihre Heimat.
Wir werden Maria Henke als einmalig starke Frau in unserer Erinnerung behalten. Denn das war sie für uns. Darum sagen wir mitten in die Trauer hinein: Wir werden unsere Minke nicht vergessen. Wir erinnern wir uns an Minke und beten für sie.

Danke!

Danke an den Gott, der ihr das Leben schenkte und sie stets begleitete.
Danke, dass wir sie bei uns haben durften.
Danke für alle Liebe, danke für alles, was sie uns gegeben hat.

Der Vorstand und die Mitglieder des Fördervereins “Kirchensanierung-Schönborn / Studanka”.

Franziskus – gleich zwei Mal

Schönborn 3. Oktober

Eindrucksvoll strahlte die Sonne des späten Nachmittags in die Schönborner Kirche des heiligen Franz von Assisi herein, als sich wieder eine kleine deutsch-tschechische Gemeinde versammelte, um den „Poverello“, den Bruder der Armen, am Vorabend seines Festes zu ehren.
Trompete und Geige (Vater und Tochter aus Schirgiswalde) begleiteten den Gesang derer, die sich vom Schönborn und aus Leutersdorf eingefunden hatten. Lehrer Jiří Podlešák aus Warnsdorf hatte zwei franziskanische Segens-Kanons ins Tschechische übersetzt, ebenso Verse des „Laudato si“, des bekannten Sonnengesangs. So konnten alle in ihrer Sprache einstimmen.
In der Predigt konnte ich erneut die Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass die Bemühungen, die schöne Kirche „an der Straße nach Prag“ zu beleben und auch baulich zu sanieren, sich mit der Zeit segensreich auswirken. So wie das weiße Gotteshaus weithin sichtbar ist, schien auch schon die kleine Flamme der Franziskuskerze als Symbol der Hoffnung zu sagen: Aus einem kleinen Neuanfang kann Größeres werden.
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Leutersdorf, 5. Oktober

In Sichtweite des böhmischen Bergpanoramas (7 km Luftlinie von Schönborn) haben wir dann zu Ehren des heiligen Franziskus eine Eiche gepflanzt. Der Standort könnte nicht besser sein. Auf der Höhe des Leutersdorfer Wacheberges, am obersten Windrad, geht des Blick rundherum in die Weite, geleitet von einer sorgfältig gestalteten Schautafel und neuerdings erleichtert durch eine „Karasek“-Bank, die zum Rasten einlädt. An der Grenzlinie des „Biehmschen Dörfels“ (früher ein Stück Böhmen in Sachsen) grüßt die Eiche den Kirchturm „da drüben“.
Mit dem Leutersdorfer Pfarrer Andrzej Glombitza habe ich den jungen Baum zur Mittagszeit gesegnet. Mit anderen Leutersdorfern war Bürgermeister Bruno Scholze eigens gekommen; er setzt sich für die Neubepflanzung längs des Wacheweges ein. In einer kurzen Rede sagte er: „Diese Bäume werden uns überleben.“ Und er schilderte, wie es vor Jahren gelungen ist, den Bau der großen Fernstraße genau an dieser Stelle durch eine bessere Lösung zu verhindern. Die Straße, die jetzt einen halben Kilometer weiter an Leutersdorf vorbeiführt, von Neugersdorf zwischen Rumburg und Seifhennersdorf hindurch, hätte über eine große Brücke das Tal überquert und – mit viel Aufwand – dieses herrliche Panorama zerschnitten. Bürgermeister Scholze hat augenzwinkernd angekündigt, er werde vielleicht mit dem Leutersdorfer Wegewart, Herrn Dietmar Eichhorn, wandernd eine Möglichkeit erkunden, eine Art Pilgerpfad von der Franziskus-Eiche zur Franziskus-Kirche zu erschließen. Eine solche lebendige Brücke über die Grenze hinweg wäre zwar bescheidener, doch in der Tat „bewegender“ als eine gewaltige Baukonstruktion.

Msgr. Winfried Pilz

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